„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ – Kann New Work Gamechanger für die Krisen der Pflege sein?
摘要
Ausgangspunkt des Beitrags ist ein Krisenverständnis, das Krisen als komplexe Problemlagen versteht, deren Ursachen und Auswirkungen nicht isoliert, sondern kontextuell und im Zeitverlauf zu betrachten sind. Indem das Modell der „Eingebetteten Krisen“ (Ibert und Harmsen, 2022) als Reflexionsrahmen genutzt wird, analysiert der Beitrag die Umbruchsituation in der Pflege in Deutschland in den 1960ern und zeigt damalige Maßnahmen der Krisenbewältigung auf. Anschließend werden jüngere Entwicklungen der letzten Jahre bis hin zur Corona-Pandemie beschrieben, um Parallelen in der Krisenentstehung und -bewältigung aufzuzeigen. Trotz unterschiedlicher Bemühungen von Politik und Pflegeunternehmen ist es in den letzten Dekaden nicht gelungen, die pflegerische Versorgungssituation dauerhaft zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund wird erörtert, inwieweit Konzepte, die unter dem Schlagwort „New Work“ subsummiert werden, für die Pflegebranche anwendbar sind. An den New Work-Themen „zeit- und ortsflexibles Arbeiten“ und „Sinnstiftung“ wird beispielhaft aufgezeigt, wo besondere Herausforderungen und Ansatzpunkte für eine Neuorientierung liegen.