Krankenhäuser sind in der Krise. Das ist ein Problem für die Politik als Verantwortliche für die Daseinsvorsorge. Deshalb werden Reformen initiiert, in aller Regel aufgesetzt als rechtlich-geldliche Steuerungsversuche. Zu echten Problemlösungen führt diess aber nur selten. Das liegt allerdings weniger an der Unausgereiftheit des konkreten Lösungsversuchs, sondern weit mehr an der Natur des Problems: Die Ausgestaltung der Krankenhausversorgung ist ein vertracktes Problem, ein „wicked problem“, gekennzeichnet durch nicht endgültig auflösbare Komplexität. Der Umgang damit erfordert eine Politik, die nicht auf Kontrolle setzt. Angezeigt ist vielmehr ein politisches Entscheiden, das dem Krankenhauswesen Rahmenbedingungen schafft, die Handlungsspielräume öffnen und Anpassungsprozesse ermöglichen. Sicherlich: Trotz der Unsicherheit ist politisches Handeln geboten, dies aber, ohne sich der Illusion einer vollständigen Steuerbarkeit hinzugeben. Und das ist dann gerade keine Steuerungsresignation, sondern eine komplexitätsadäquate Handhabung einer funktionalen Paradoxie, die politische Komplexitätsreduktion nicht verbaut, sondern gerade erst möglich macht.

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Von Horizonten der Lösbarkeit und vertrackten Problemen – Krankenhäuser in der Krise

  • Philipp Männle,
  • Martin Feißt

摘要

Krankenhäuser sind in der Krise. Das ist ein Problem für die Politik als Verantwortliche für die Daseinsvorsorge. Deshalb werden Reformen initiiert, in aller Regel aufgesetzt als rechtlich-geldliche Steuerungsversuche. Zu echten Problemlösungen führt diess aber nur selten. Das liegt allerdings weniger an der Unausgereiftheit des konkreten Lösungsversuchs, sondern weit mehr an der Natur des Problems: Die Ausgestaltung der Krankenhausversorgung ist ein vertracktes Problem, ein „wicked problem“, gekennzeichnet durch nicht endgültig auflösbare Komplexität. Der Umgang damit erfordert eine Politik, die nicht auf Kontrolle setzt. Angezeigt ist vielmehr ein politisches Entscheiden, das dem Krankenhauswesen Rahmenbedingungen schafft, die Handlungsspielräume öffnen und Anpassungsprozesse ermöglichen. Sicherlich: Trotz der Unsicherheit ist politisches Handeln geboten, dies aber, ohne sich der Illusion einer vollständigen Steuerbarkeit hinzugeben. Und das ist dann gerade keine Steuerungsresignation, sondern eine komplexitätsadäquate Handhabung einer funktionalen Paradoxie, die politische Komplexitätsreduktion nicht verbaut, sondern gerade erst möglich macht.