Die steigende Nachfrage nach Dienstleistungen des Online-Handels der vergangenen Jahre hat einen erhöhten Bedarf an Transportbehältern zur Folge. Das noch immer am häufigsten eingesetzte Material für Behältnisse in der Kleingüterlogistik ist Karton. Obwohl Karton grundsätzlich recycelbar ist, sind die Anzahl der Recyclingzyklen beschränkt. Dahingehend haben Kartonschachteln, aufgrund des Energieaufwandes, des Verbrauches des Rohstoffs Holz und der resultierenden Umweltbelastung der Produktion, selbst bei Wiederverwendung von Altpapier und Altkarton, eher den Charakter einer Einwegverpackung. In Bezug auf die CO2-Bilanz schneiden Kartonverpackungen in den meisten Fällen besser ab als Einwegverpackungen aus Kunststoff. Trotzdem sind sie hinsichtlich der aktuellen Richtlinien zur Erreichung von Klimazielen problematisch. Diese Herausforderungen verlangen nach alternativen Lösungen für die Transportbehältnisse, die eine möglichst hohe Anzahl an Umläufen (hohe Lebensdauer) und ein umfassendes stoffliches Recycling am Lebensende des Transportbehälters vereinen. Durch eine breite Anwendung des Mehrwegprinzips kann eine deutliche Verbesserung der CO2-Bilanz erreicht werden und, bei entsprechender Gestaltung der Logistikprozesse, auch logistische, ergonomische und betriebswirtschaftliche Verbesserungen realisiert werden. In kleinen Teilbereichen, insbesondere in Business-to-Business-Beziehungen und in geschlossenen Behälterkreisläufen, sind Mehrwegtransportsysteme sehr erfolgreich im Einsatz. Auch auf übergeordneter Ebene gibt es mit Seecontainern und Europaletten erfolgreiche Beispiele für Mehrwegsysteme. Einer breiteren Anwendung von Mehrwegladungsträgern, wie z. B. im Online-Handel, stehen bisher noch größere Hürden, wie z. B. eine fehlende Standardisierung, komplexe Rückführlogistik (Reverse Logistics), fehlende Anreize zum Umstieg, etc. entgegen und erste Lösungen konnten sich bisher nur in kleinen Teilbereichen etablieren. Nachfolgendes Kapitel beschreibt neueste technologische und organisatorische Ansätze, um diese Hindernisse zu überwinden.

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Mehrwegbasierte Kreislaufwirtschaft in der Logistik

  • Gerald Schneikart,
  • Peter Entenfellner,
  • Walter Mayrhofer

摘要

Die steigende Nachfrage nach Dienstleistungen des Online-Handels der vergangenen Jahre hat einen erhöhten Bedarf an Transportbehältern zur Folge. Das noch immer am häufigsten eingesetzte Material für Behältnisse in der Kleingüterlogistik ist Karton. Obwohl Karton grundsätzlich recycelbar ist, sind die Anzahl der Recyclingzyklen beschränkt. Dahingehend haben Kartonschachteln, aufgrund des Energieaufwandes, des Verbrauches des Rohstoffs Holz und der resultierenden Umweltbelastung der Produktion, selbst bei Wiederverwendung von Altpapier und Altkarton, eher den Charakter einer Einwegverpackung. In Bezug auf die CO2-Bilanz schneiden Kartonverpackungen in den meisten Fällen besser ab als Einwegverpackungen aus Kunststoff. Trotzdem sind sie hinsichtlich der aktuellen Richtlinien zur Erreichung von Klimazielen problematisch. Diese Herausforderungen verlangen nach alternativen Lösungen für die Transportbehältnisse, die eine möglichst hohe Anzahl an Umläufen (hohe Lebensdauer) und ein umfassendes stoffliches Recycling am Lebensende des Transportbehälters vereinen. Durch eine breite Anwendung des Mehrwegprinzips kann eine deutliche Verbesserung der CO2-Bilanz erreicht werden und, bei entsprechender Gestaltung der Logistikprozesse, auch logistische, ergonomische und betriebswirtschaftliche Verbesserungen realisiert werden. In kleinen Teilbereichen, insbesondere in Business-to-Business-Beziehungen und in geschlossenen Behälterkreisläufen, sind Mehrwegtransportsysteme sehr erfolgreich im Einsatz. Auch auf übergeordneter Ebene gibt es mit Seecontainern und Europaletten erfolgreiche Beispiele für Mehrwegsysteme. Einer breiteren Anwendung von Mehrwegladungsträgern, wie z. B. im Online-Handel, stehen bisher noch größere Hürden, wie z. B. eine fehlende Standardisierung, komplexe Rückführlogistik (Reverse Logistics), fehlende Anreize zum Umstieg, etc. entgegen und erste Lösungen konnten sich bisher nur in kleinen Teilbereichen etablieren. Nachfolgendes Kapitel beschreibt neueste technologische und organisatorische Ansätze, um diese Hindernisse zu überwinden.