Völkische Esoterik – fernöstlich-kosmotheistische Blickrichtung – Arische Erlösungsvisionen
摘要
In der kulturpessimistischen Grundhaltung im Europa des 19. Jahrhunderts, als allgemein nach andersartigen als den bisherigen Identitätsauswegen und Erlösungsmustern gesucht wurde, traf die Kritik einerseits die Politik, sie sei die unvollkommene, exoterische (also sichtbare) Materialisierung der ‚wahren‘, vollkommenen metaphysischen Gesellschaftsordnung, andererseits die herkömmlichen Religionen und Konfessionen, sie seien die unvollkommenen, exoterischen Materialisierungen des ‚wahren‘ also vollkommenen Spiritualismus. Diese Suche führte zu der Hinwendung zu den östlichen Philosophien, vor allem zum Hinduismus und zum Buddhismus, aber auch zu der mystischen Tradition im Judentum, der Kabbala, die in die westliche Philosophie integriert wurden, so dass eine neue ideologische Strömung entstand. Aus der Verschmelzung christlich-mythischer und vor allem hinduistisch-buddhistischer Vorstellungen entstand so eine mythisch-religiöse Synthese, die aber nicht mehr christlich, ja nicht einmal mehr monotheistisch war, sondern neupaganistisch und kosmotheistisch. Diese neue ideologische Strömung eröffnete eine ‚kosmotheistische Blickrichtung‘, durch die die Suche nach dem Urvolk, Urethnie oder Urrasse (Ethnos) nicht mehr in einem geographisch eingrenzbaren Gebiet erfolgte, sondern global, ja sogar in den kosmischen Bereich ausgeweitet wurde.