2002 verlor Fidesz die Parlamentswahlen. Die Kommunikation der Partei und die von Viktor Orbán wurden radikaler und fokussierten darauf, dass die linksliberale Regierung eine ‚geschichtliche Anomalie‘ gewesen sei. In Fidesz’ Strategie der kulturellen Hegemonisierung von rechts wurden Top-Down-Politik und Bottom-Up-Elemente ausgeklügelt miteinander vermengt. Die revolutionäre Rhetorik der vorwiegend außerparlamentarisch geführten Oppositionsarbeit, später von Orbán ‚außerparlamentarische Bewegung‘ genannt, ähnelte offenbar gewollt derjenigen der APO-Bewegung während der 68er-Kulturrevolution in Westeuropa. Während er die 68er-Bewegung jedoch als eine ‚Gegenrevolution‘ deklarierte, stand seine neue Bewegung für eine konservative, deklariert völkische Wende. Konkretisiert wurde dies in der Kommunikation von völkischen und esoterischen Inhalten in neuen Fidesz-nahen Medien und in Kulturveranstaltungen, sowie in der Einbindung der extremen Rechten. Orbán galt bereits 2006 als der hoffnungsvolle ‚spirituelle Führer‘, der die Nation vor dem Untergang retten könne.  

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‚Die Heimat ist nie in der Opposition‘. Fidesz’ nationaler Widerstand 2002–2010

  • Magdalena Marsovszky

摘要

2002 verlor Fidesz die Parlamentswahlen. Die Kommunikation der Partei und die von Viktor Orbán wurden radikaler und fokussierten darauf, dass die linksliberale Regierung eine ‚geschichtliche Anomalie‘ gewesen sei. In Fidesz’ Strategie der kulturellen Hegemonisierung von rechts wurden Top-Down-Politik und Bottom-Up-Elemente ausgeklügelt miteinander vermengt. Die revolutionäre Rhetorik der vorwiegend außerparlamentarisch geführten Oppositionsarbeit, später von Orbán ‚außerparlamentarische Bewegung‘ genannt, ähnelte offenbar gewollt derjenigen der APO-Bewegung während der 68er-Kulturrevolution in Westeuropa. Während er die 68er-Bewegung jedoch als eine ‚Gegenrevolution‘ deklarierte, stand seine neue Bewegung für eine konservative, deklariert völkische Wende. Konkretisiert wurde dies in der Kommunikation von völkischen und esoterischen Inhalten in neuen Fidesz-nahen Medien und in Kulturveranstaltungen, sowie in der Einbindung der extremen Rechten. Orbán galt bereits 2006 als der hoffnungsvolle ‚spirituelle Führer‘, der die Nation vor dem Untergang retten könne.