Koalitionsbildung als verlängerter Wahlkampf
摘要
Der Beitrag liest die Koalitionsbildung 2025 als Prozess erzählerischer Sinnstiftung. Auf Grundlage einer qualitativ-narrativen Diskursanalyse (Metaphern, Rollen, Konfigurationen) wird ein breiter Korpus aus Presseerzeugnissen, Reden, Social-Media-Beiträgen und Dokumenten ausgewertet. Statt Machtarithmetik steht die Frage im Zentrum, wie Geschichten Unsicherheit nach Wahlen in Handlungsfähigkeit übersetzen. Die Analyse rekonstruiert fünf wiederkehrende Erzählfiguren, die zwischen Pflicht, Aufbruch, Schutz, Ordnung und arbeitsförmiger Kooperation oszillieren, ohne als feste Labels zu gelten. Entscheidend ist weniger ihr einzelner Inhalt als ihre performative Funktion: Sie bündeln heterogene Interessen, dämpfen Konflikte und erzeugen Legitimität durch Polyphonie – indem viele Akteur*innen sie aufgreifen und weitererzählen. Das übergeordnete Fazit: Regieren beginnt mit dem Erzählen. Wer Koalitionen verstehen will, muss diskursive Praktiken systematisch in die Koalitionsforschung integrieren.