Blick durch die Gender-Brille: Männer im Fokus
摘要
Konzepten der Geschlechterforschung kann die Bedeutung einer Brille zukommen, die dabei hilft, individuelle Radikalisierungsprozesse von Personen auf verschiedenen Ebenen zu betrachten und zu verstehen. Die theoretischen Konzeptionen helfen, Einflussfaktoren auf die Person und ihre Bedeutung für die Radikalisierung einzuordnen und können damit auch zu einem wichtigen Werkzeug für die Präventionspraxis werden. Bisher findet bei der Betrachtung von Islamismus und in der Islamismusprävention (auch im Sinne der sog. Deradikalisierung), wenn das Geschlecht analytisch mitgedacht wird, jedoch eine einseitige Fokussierung auf Frauen und Mädchen statt. Um diesen Fokus aufzubrechen, werden in diesem Beitrag exemplarisch geschlechtsrollentypische Vulnerabilitäten von Männern und Jungen in den Blick genommen. Ausgehend von Connells (1995) Konzept der hegemonialen Männlichkeit werden Überlegungen ausgeführt, die Radikalisierung in einen Zusammenhang mit dem Streben nach einem Männlichkeitsideal und einer darin begründeten Konkurrenz unter Männern stellt.