Natascha Wodin (1945) – Der Preis der frühen Resilienz
摘要
Natascha Wodin ist eines der sehr seltenen Beispiele einer ausschließlich auf personale Ressourcen gestützten Resilienz in einer sehr schweren Kinder- und Jugendzeit. Auch auf Nachfrage weiß sie keine hilfreichen Personen im Umfeld oder andere förderliche Umstände zu benennen. Der Familie – die Eltern Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, die für das „Dritte Reich“ schuften sollten – blieb im Nachkriegsdeutschland ein Außenseiterstatus vorbehalten. Die schwer depressive Mutter beging Selbstmord, der schweigsame Vater zeigte gewalttätige Züge. Wodin hat sich ganz allein durchgekämpft, dafür später aber, als hätte sie bei sich selbst Kredit aufgenommen, einen jahrelangen hohen Preis zahlen müssen – in Form einer schweren, sich in Platzangst äußernden Angststörung, die sich erst mühsam durch therapeutische Hilfe überwinden ließ. Widerständig blieb sie, schreibend hat sie sich herausgewunden, um heute als erfolgreiche Schriftstellerin späten Ruhm zu genießen.