Soziale Partizipation von allen Schüler*innen ist ein wichtiges Ziel schulischer Inklusion. Für die Grundschulzeit wurde jedoch vielfach repliziert, dass insbesondere Schüler*innen mit sonderpädagogischen Förderbedarfen (SPF) in inklusiven Schulen häufiger ausgegrenzt werden. Weitgehend ungeklärt ist jedoch, inwiefern sich solche Ausgrenzungseffekte auch in der Sekundarstufe I zeigen und wie sie sich im Verlauf der Sekundarschulzeit entwickeln. Wir zeigen mit der bisher umfassendsten Längsschnittstudie zur selbsteingeschätzten sozialen Partizipation in Deutschland (N = 2.002; drei Messzeitpunkt über vier Schulbesuchsjahre), dass Schüler*innen mit SPF (n = 232) auch in der Sekundarstufe I von weniger Partizipation als Schüler*innen ohne SPF berichten. Dieser Befund gilt jedoch nur für Schüler*innen mit dem Förderbedarf emotional-soziale Entwicklung. Schüler*innen im Förderbedarf Lernen berichten hingegen von keiner geringeren Partizipation als Schüler*innen ohne SPF. Insgesamt verschlechtert sich die selbsteingeschätzte soziale Partizipation im Verlauf der Sekundarschulzeit, jedoch für Schüler*innen mit vs. ohne SPF gleichermaßen. Soziale Fähigkeiten der Schüler*innen und eine gute Beziehung zur Lehrkraft können die soziale Partizipation hingegen verbessern. Damit sind bereits zwei Einflussmöglichkeiten genannt, wie Lehrkräfte die soziale Partizipation von Schüler*innen mit SPF fördern können.

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Entwicklung der sozialen Partizipation von Schüler*innen mit und ohne sonderpädagogische Förderbedarfe im Verlauf der Sekundarstufe I

  • Michael Grosche,
  • Monja Schmitt,
  • Cornelia Gresch,
  • Amelie Labsch,
  • Lena Külker

摘要

Soziale Partizipation von allen Schüler*innen ist ein wichtiges Ziel schulischer Inklusion. Für die Grundschulzeit wurde jedoch vielfach repliziert, dass insbesondere Schüler*innen mit sonderpädagogischen Förderbedarfen (SPF) in inklusiven Schulen häufiger ausgegrenzt werden. Weitgehend ungeklärt ist jedoch, inwiefern sich solche Ausgrenzungseffekte auch in der Sekundarstufe I zeigen und wie sie sich im Verlauf der Sekundarschulzeit entwickeln. Wir zeigen mit der bisher umfassendsten Längsschnittstudie zur selbsteingeschätzten sozialen Partizipation in Deutschland (N = 2.002; drei Messzeitpunkt über vier Schulbesuchsjahre), dass Schüler*innen mit SPF (n = 232) auch in der Sekundarstufe I von weniger Partizipation als Schüler*innen ohne SPF berichten. Dieser Befund gilt jedoch nur für Schüler*innen mit dem Förderbedarf emotional-soziale Entwicklung. Schüler*innen im Förderbedarf Lernen berichten hingegen von keiner geringeren Partizipation als Schüler*innen ohne SPF. Insgesamt verschlechtert sich die selbsteingeschätzte soziale Partizipation im Verlauf der Sekundarschulzeit, jedoch für Schüler*innen mit vs. ohne SPF gleichermaßen. Soziale Fähigkeiten der Schüler*innen und eine gute Beziehung zur Lehrkraft können die soziale Partizipation hingegen verbessern. Damit sind bereits zwei Einflussmöglichkeiten genannt, wie Lehrkräfte die soziale Partizipation von Schüler*innen mit SPF fördern können.