Das Universal Design for Learning (UDL) ist eine Konzeption, die Prinzipien zur Differenzierung umfasst, mit denen Unterrichtsinhalte für alle Schüler:innen zugänglich gemacht werden sollen. Inwieweit UDL in Sekundarstufenklassen in Deutschland umgesetzt wird und ob diese Maßnahmen einen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung der Schüler:innen haben, ist bislang noch nicht erforscht worden. In diesem Beitrag wird analysiert, wie UDL-Prinzipien im Mathematik- und Deutschunterricht in 180 inklusiven Sekundarstufenklassen von den Lehrpersonen bei ihrer Unterrichtsplanung berücksichtigt werden, ob sie längsschnittlich einen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung der Schüler:innen in Mathematik und Lesen haben und inwiefern insbesondere leistungsschwache Schüler:innen von der Umsetzung von UDL profitieren. Es zeigt sich, dass einige Prinzipien im Deutschunterricht häufiger umgesetzt werden als im Mathematikunterricht. Während die UDL-Maßnahmen im Deutschunterricht keinen Effekt auf die Lesekompetenz der Schüler:innen haben, zeigte sich in Mathematik ein signifikanter negativer Effekt der UDL-Maßnahmen auf die Kompetenzentwicklung. Dieser überraschende Effekt könnte dadurch entstanden sein, dass in Klassen mit einem höheren Anteil leistungsschwacher Lernenden mehr UDL-Maßnahmen umgesetzt werden, aber der Lernzuwachs niedriger ist als in Klassen mit weniger leistungsschwachen Lernenden. Die Bedeutung der Ergebnisse für weitere Forschung und die Implementierung von UDL-Maßnahmen wird diskutiert.

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Differenzierungsmaßnahmen im Rahmen des Universal Design for Learning (UDL) im Mathematik- und Deutschunterricht der Sekundarstufe und ihr Effekt auf die Kompetenzentwicklung

  • Susanne Schnepel,
  • Cornelia Gresch,
  • Katrin Böhme,
  • Timo Lüke,
  • Michael Grosche

摘要

Das Universal Design for Learning (UDL) ist eine Konzeption, die Prinzipien zur Differenzierung umfasst, mit denen Unterrichtsinhalte für alle Schüler:innen zugänglich gemacht werden sollen. Inwieweit UDL in Sekundarstufenklassen in Deutschland umgesetzt wird und ob diese Maßnahmen einen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung der Schüler:innen haben, ist bislang noch nicht erforscht worden. In diesem Beitrag wird analysiert, wie UDL-Prinzipien im Mathematik- und Deutschunterricht in 180 inklusiven Sekundarstufenklassen von den Lehrpersonen bei ihrer Unterrichtsplanung berücksichtigt werden, ob sie längsschnittlich einen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung der Schüler:innen in Mathematik und Lesen haben und inwiefern insbesondere leistungsschwache Schüler:innen von der Umsetzung von UDL profitieren. Es zeigt sich, dass einige Prinzipien im Deutschunterricht häufiger umgesetzt werden als im Mathematikunterricht. Während die UDL-Maßnahmen im Deutschunterricht keinen Effekt auf die Lesekompetenz der Schüler:innen haben, zeigte sich in Mathematik ein signifikanter negativer Effekt der UDL-Maßnahmen auf die Kompetenzentwicklung. Dieser überraschende Effekt könnte dadurch entstanden sein, dass in Klassen mit einem höheren Anteil leistungsschwacher Lernenden mehr UDL-Maßnahmen umgesetzt werden, aber der Lernzuwachs niedriger ist als in Klassen mit weniger leistungsschwachen Lernenden. Die Bedeutung der Ergebnisse für weitere Forschung und die Implementierung von UDL-Maßnahmen wird diskutiert.