Leo Strauss und die Soziologie der Querelle des Anciens et des Modernes
摘要
Man könnte auf die Idee kommen, Leo Strauss einen Anti-Soziologen zu nennen. In der Einleitung seiner 1953 publizierten Untersuchung über Natural Right and History, deren zweites Kapitel die tadelnde Summa einer jahrelangen Beschäftigung mit Arbeiten des vom Fach als ‚Klassiker‘ verstandenen Max Webers darstellt, vermittelt er den Eindruck, dass in der Soziologie eine defizitäre intellektuelle Praxis kulminiert, die das moderne Denken allgemein kennzeichnet. Strauss entwirft das Szenario einer Moderne, der ein „teleological view of the universe, of which the teleological view of man forms a part“, verlorengegangen ist, was in einem „fundamental dilemma, in whose grip we are“, resultiere – einem Dilemma, das aufzulösen gerade „the social sciences“ nichts beizutragen vermögen, da sie ihr Genügen bei der Reproduktion der Malaise, die ihm zugrunde liegt, „in the name of History and in the name of the distinction between Facts and Values“ gefunden haben: „According to our social science, we can be or become wise in all matters of secondary importance, but we have to be resigned to utter ignorance in the most important respect: we cannot have any knowledge regarding the principles of our choices“.