Studienprogramme und deren Curricula dienen als Vermittlungsinstanz zwischen Hochschulpolitik und Lehr-Lernsituationen und sind damit zentral für die Lehrentwicklung an Universitäten. Zudem wird der Entwicklungsprozess eines „guten“ Studiengangs durch das Fehlen evidenzbasierter Modelle erschwert. Dabei erfordern Akkreditierungsverfahren, sinkende Studierendenzahlen und steigende Abbruchquoten transparente Qualifikationsprofile und kohärente Zielsetzungen. Der Beitrag argumentiert, dass die Orientierung an einem neuhumanistischen Bildungsideal und dessen Transparenz als Qualitätsmerkmal berücksichtigt werden sollte. Diese normative Setzung, obwohl empirisch schwer überprüfbar, beeinflusst Curricula auf inhaltlicher Ebene sowie die Lehr- und Prüfungskulturen im Studiengang. Der Beitrag untersucht, wie ein expliziter Bildungsgedanke in Studiengängen verankert werden kann, insbesondere im Kontext der Bologna-Reform und der damit verbundenen Verschiebung des Fokus von Lehren auf Lernen. Bildung, so wird argumentiert, kann kompetenzorientiert gedacht werden, ohne dem Bologna-Prozess zu widersprechen. Abschließend werden hochschuldidaktische Möglichkeiten für die konkrete Umsetzung von Bildung als Kompetenz im Rahmen von Studiengangsentwicklungsprozessen genannt.

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Zwischen Bildung, Bologna und Curricula: Wie ein expliziter Bildungsgedanke in Studiengängen verankert werden kann

  • Lisa David,
  • Hannes Birnkammerer

摘要

Studienprogramme und deren Curricula dienen als Vermittlungsinstanz zwischen Hochschulpolitik und Lehr-Lernsituationen und sind damit zentral für die Lehrentwicklung an Universitäten. Zudem wird der Entwicklungsprozess eines „guten“ Studiengangs durch das Fehlen evidenzbasierter Modelle erschwert. Dabei erfordern Akkreditierungsverfahren, sinkende Studierendenzahlen und steigende Abbruchquoten transparente Qualifikationsprofile und kohärente Zielsetzungen. Der Beitrag argumentiert, dass die Orientierung an einem neuhumanistischen Bildungsideal und dessen Transparenz als Qualitätsmerkmal berücksichtigt werden sollte. Diese normative Setzung, obwohl empirisch schwer überprüfbar, beeinflusst Curricula auf inhaltlicher Ebene sowie die Lehr- und Prüfungskulturen im Studiengang. Der Beitrag untersucht, wie ein expliziter Bildungsgedanke in Studiengängen verankert werden kann, insbesondere im Kontext der Bologna-Reform und der damit verbundenen Verschiebung des Fokus von Lehren auf Lernen. Bildung, so wird argumentiert, kann kompetenzorientiert gedacht werden, ohne dem Bologna-Prozess zu widersprechen. Abschließend werden hochschuldidaktische Möglichkeiten für die konkrete Umsetzung von Bildung als Kompetenz im Rahmen von Studiengangsentwicklungsprozessen genannt.