Werft nichts Heiliges vor die Hunde
摘要
Seit der Spätantike hält sich das Vorurteil, Jesus und Paulus hätten jüdische Menschen als Hunde bezeichnet, um sich gegen Juden zur Wehr zu setzen, die ihrerseits „Heiden“ als Hunde beschimpft hätten. Der Artikel geht den Quellen für diese Behauptung nach. Es zeigt sich, dass diese stereotypisierende Auslegung zwar bis heute verbreitet ist, jedoch auf keinerlei biblischen Grundlagen beruht. Vielmehr war das von Jesus verwendete Bild aus Mt 7,6 bereits im 2. Jh. unklar und wurde sehr unterschiedlich interpretiert. Die Gruppe oder Gruppen, die Paulus in Phil 3,6 als „Hunde“ in den Blick nimmt, sind ebenso nicht mehr zu identifizieren. Das Bild von den Haushunden, dass Jesus und die Kananäerin in Mt 15,21–28 und die Syrophönizierin in Mk 7,24–30 diskutieren, hat nichts mit der Stereotypisierung von Menschengruppen zu tun.