In ihrem Beitrag zur Debatte über das Verhältnis von Produkt und Prozess in der aktuellen Kinderzeichnungsforschung unterscheidet Staege zwei methodologische Positionen, die der Prozessualität von Kinderzeichnungen in unterschiedlicher Weise theoretisch Rechnung trügen: als „sukzessiv sich vollziehendes Darstellungs-“ oder „in sozialen Bezügen sich vollziehendes Mitteilungsgeschehen“. Staege zieht vor diesem Hintergrund den Schluss, dass sich die in der Kinderzeichnungsforschung üblichen qualitativen Methoden nicht umstandslos auf jeden Typ Kinderzeichnung gleichermaßen anwenden ließen, da diese Methoden von unterschiedlichen Voraussetzungen hinsichtlich der Bedeutung der Prozessdimension ausgingen. Die Unterscheidung Staeges wird im vorliegenden Kommentar mit dem Hinweis darauf ergänzt, dass die neuere Kinderzeichnungsforschung durch Studien geprägt ist, deren methodischer Innovationsanspruch verschieden gelagert ist: Es gibt Studien, in denen vergleichsweise avancierte Auswertungsmethoden auf das Produkt „Kinderzeichnung“ angewendet werden, und solche, in denen mit den heute verfügbaren videographischen Erhebungsmethoden der Entstehungsprozess von Kinderzeichnungen dokumentiert wird. Entsprechend sollte der Unterschied zwischen Erhebungs- und Auswertungsmethoden stärker betont, und mit Blick auf die Frage der Anwendbarkeit qualitativer Methoden sollten vor allem die durch die jeweilige Forschungsfrage angezeigten Kombinationen von (zu erhebendem) Material und (zu erschließendem) Forschungsgegenstand in Rechnung gestellt werden.

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Etwas anhand einer vorliegenden Zeichnung rekonstruieren – die beim Zeichnen erfolgenden Kommunikations- und Gestaltungsprozesse dokumentieren – anhand der dokumentierten Prozesse etwas rekonstruieren: Ein Kommentar zu Staeges Reflexion der Prozessdimensionen des Zeichnens

  • Peter Münte

摘要

In ihrem Beitrag zur Debatte über das Verhältnis von Produkt und Prozess in der aktuellen Kinderzeichnungsforschung unterscheidet Staege zwei methodologische Positionen, die der Prozessualität von Kinderzeichnungen in unterschiedlicher Weise theoretisch Rechnung trügen: als „sukzessiv sich vollziehendes Darstellungs-“ oder „in sozialen Bezügen sich vollziehendes Mitteilungsgeschehen“. Staege zieht vor diesem Hintergrund den Schluss, dass sich die in der Kinderzeichnungsforschung üblichen qualitativen Methoden nicht umstandslos auf jeden Typ Kinderzeichnung gleichermaßen anwenden ließen, da diese Methoden von unterschiedlichen Voraussetzungen hinsichtlich der Bedeutung der Prozessdimension ausgingen. Die Unterscheidung Staeges wird im vorliegenden Kommentar mit dem Hinweis darauf ergänzt, dass die neuere Kinderzeichnungsforschung durch Studien geprägt ist, deren methodischer Innovationsanspruch verschieden gelagert ist: Es gibt Studien, in denen vergleichsweise avancierte Auswertungsmethoden auf das Produkt „Kinderzeichnung“ angewendet werden, und solche, in denen mit den heute verfügbaren videographischen Erhebungsmethoden der Entstehungsprozess von Kinderzeichnungen dokumentiert wird. Entsprechend sollte der Unterschied zwischen Erhebungs- und Auswertungsmethoden stärker betont, und mit Blick auf die Frage der Anwendbarkeit qualitativer Methoden sollten vor allem die durch die jeweilige Forschungsfrage angezeigten Kombinationen von (zu erhebendem) Material und (zu erschließendem) Forschungsgegenstand in Rechnung gestellt werden.