Bis zum Anfang der Corona-Krise blickt die ÖPNV-Branche auf ein kontinuierliches Wachstum zurück, das man als jahrzehntelange Erfolgsgeschichte verstehen kann. In der Tat hat es die Branche geschafft, die Beförderungsleistung stetig zu erhöhen, allerdings ist der Mobilitätsmarkt insgesamt gleich oder noch stärker gewachsen. In einer Betrachtung über die vergangenen Jahrzehnte lässt sich kein signifikanter Zuwachs für den ÖPNV am Modalsplit erkennen. Zumindest im Rückblick kann demzufolge nicht von einer erkennbaren eingeleiteten „Verkehrswende“ gesprochen werden. Ab Beginn der Corona-Pandemie ändert sich dieses Bild noch einmal schlagartig und zeigt die ÖPNV-Branche Mitte 2023 in einer Phase mehrerer sich überlagernder Krisen. Diese Krisenperspektive hat einen äußeren Pfad, der mittelbar oder unmittelbar mit Corona verknüpft ist und einen inneren Pfad, bei dem Finanzierungs-, Performance- und Image-Themen zu diskutieren sind. Im Kern spielt das Fehlen einer inhaltlichen Kundennähe bzw. Kundenzentrierung eine wichtige Rolle. Alleine vor diesem Hintergrund ist die spätere Beschreibung des „Sommermärchens“ als Phase, in der das 9-Euro-Ticket im Markt war, zu verstehen.

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ÖPNV und Bahnverkehr in der Krise: Wie Corona einen jahrzehntelangen Wachstumstrend zerstört

  • Andreas Krämer

摘要

Bis zum Anfang der Corona-Krise blickt die ÖPNV-Branche auf ein kontinuierliches Wachstum zurück, das man als jahrzehntelange Erfolgsgeschichte verstehen kann. In der Tat hat es die Branche geschafft, die Beförderungsleistung stetig zu erhöhen, allerdings ist der Mobilitätsmarkt insgesamt gleich oder noch stärker gewachsen. In einer Betrachtung über die vergangenen Jahrzehnte lässt sich kein signifikanter Zuwachs für den ÖPNV am Modalsplit erkennen. Zumindest im Rückblick kann demzufolge nicht von einer erkennbaren eingeleiteten „Verkehrswende“ gesprochen werden. Ab Beginn der Corona-Pandemie ändert sich dieses Bild noch einmal schlagartig und zeigt die ÖPNV-Branche Mitte 2023 in einer Phase mehrerer sich überlagernder Krisen. Diese Krisenperspektive hat einen äußeren Pfad, der mittelbar oder unmittelbar mit Corona verknüpft ist und einen inneren Pfad, bei dem Finanzierungs-, Performance- und Image-Themen zu diskutieren sind. Im Kern spielt das Fehlen einer inhaltlichen Kundennähe bzw. Kundenzentrierung eine wichtige Rolle. Alleine vor diesem Hintergrund ist die spätere Beschreibung des „Sommermärchens“ als Phase, in der das 9-Euro-Ticket im Markt war, zu verstehen.