In unserem Beitrag wird Konfliktorientierung als Zugang begründet, gesellschaftliche Kontexte der Erbringung und Inanspruchnahme sozialer Dienste für subjektorientierte Forschung zu „Adressat*innen, Nutzer*innen und (Nicht)Nutzung Sozialer Arbeit“ systematisch in den Blick zu nehmen. Zu diesem Zweck argumentieren wir ausgehend von der theoretischen Prämisse der Koproduktion für eine doppelte Kontextualisierung des Erbringungsverhältnisses. Erbringung und Inanspruchnahme sind zum einen durch die institutionellen Bedingungen und zum anderen durch die Bedingungen der alltäglichen Lebenspraxis strukturiert. Diese Bedingungen bilden nicht nur äußere Kontexte des Erbringungsverhältnisses. Sie sind auch wechselseitig Kontexte füreinander und damit im Erbringungsverhältnis selbst präsent. Wir begreifen sowohl Nutzer*innen als Subjekte ihrer Lebenspraxis als auch professionelle Fachkräfte als Subjekte ihrer institutionell organisierten Handlungspraxis. Vor diesem Hintergrund begründen wir die Auffassung, dass sich anhand der von den Akteur*innen zu leistenden Relationierung ihrer Praxen das Konfliktpotenzial rekonstruieren und damit gesellschaftlich dimensionieren lässt, das die Erbringung und Inanspruchnahme sozialer Dienste strukturiert.

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Das Potenzial der Perspektiven from below – Konfliktorientierung in der subjektorientierten Forschung

  • Kerstin Herzog,
  • Falko Müller

摘要

In unserem Beitrag wird Konfliktorientierung als Zugang begründet, gesellschaftliche Kontexte der Erbringung und Inanspruchnahme sozialer Dienste für subjektorientierte Forschung zu „Adressat*innen, Nutzer*innen und (Nicht)Nutzung Sozialer Arbeit“ systematisch in den Blick zu nehmen. Zu diesem Zweck argumentieren wir ausgehend von der theoretischen Prämisse der Koproduktion für eine doppelte Kontextualisierung des Erbringungsverhältnisses. Erbringung und Inanspruchnahme sind zum einen durch die institutionellen Bedingungen und zum anderen durch die Bedingungen der alltäglichen Lebenspraxis strukturiert. Diese Bedingungen bilden nicht nur äußere Kontexte des Erbringungsverhältnisses. Sie sind auch wechselseitig Kontexte füreinander und damit im Erbringungsverhältnis selbst präsent. Wir begreifen sowohl Nutzer*innen als Subjekte ihrer Lebenspraxis als auch professionelle Fachkräfte als Subjekte ihrer institutionell organisierten Handlungspraxis. Vor diesem Hintergrund begründen wir die Auffassung, dass sich anhand der von den Akteur*innen zu leistenden Relationierung ihrer Praxen das Konfliktpotenzial rekonstruieren und damit gesellschaftlich dimensionieren lässt, das die Erbringung und Inanspruchnahme sozialer Dienste strukturiert.