„Liebes Tagebuch, heute habe ich was erlebt …“ Erlebnisbücher als Grundlage zur Untersuchung der Bedeutung des Scheiterns in der Erlebnispädagogik aus Nutzer*innenperspektive
摘要
In der Erlebnispädagogik ist das Scheitern integraler Bestandteil des methodischen Arbeitens. Die Klient*innen sollen an den von den Fachkräften initiierten Scheiternsprozessen wachsen und die dadurch gewonnenen Lernerfahrungen für einen „gelingenderen Alltag“ (Thiersch, 1992, S. 27) nutzen. Aus der Bewältigung von krisen- und konflikthaften Situationen werden für die Teilnehmenden wichtige Impulse hinsichtlich der Persönlichkeitsentwicklung freigesetzt. Bisher wurden Ergebnisse und Erfolge erlebnispädagogischer Maßnahmen mit einem breiten Methodenrepertoire wissenschaftlich untersucht, aber fast durchgehend jenseits einer nutzer*innenorientierten Perspektive. Das Potenzial der sozialpädagogischen Nutzer*innenforschung für die Wissenschaft im Handlungsfeld der Erlebnispädagogik soll deshalb in diesem Beitrag aufgezeigt werden. Gleichzeitig soll ein methodischer Zugriff in Form von Erlebnisbüchern am Phänomen des Scheiterns näher vorgestellt werden, der zum einen anschlussfähig an die erlebnispädagogische Reflexionspraxis ist und zum anderen die Prozessdimension präziser abbilden könnte.