Partizipation gilt einerseits als Instrument der Demokratisierung, andererseits sind mit ihr sozialstaatliche Steuerungsinteressen verbunden. Entlang der Forschungsperspektive from below thematisiert der Beitrag die (Nicht-)Nutzung von Situationen veranstalteter Partizipation im Kontext von Gemeinwesenarbeit (GWA). Im Fokus steht die Frage, wie Adressat*innen partizipative Formate (nicht) nutzen. Die dem Beitrag zugrunde liegende Forschung basiert auf einer triangulierten Methodik, darunter einer diskursanalytisch informierten Ethnografie und Situationsanalyse. Es zeigt sich, wie die Materialität und die in die Situation eingelagerten institutionellen Routinen die Möglichkeiten zur Nutzung durch die Adressat*innen behindern. Widerständige und eigensinnige Praktiken werden dementsprechend als Effekte von den Situationen inhärenten Prozessen sozialer Ausschließung gedeutet. Diese reichen von räumlichem Distanzieren und leiser Ablehnung bis hin zu offenem Einspruch. Die Forschung versteht sich als Beitrag zur (Nicht-)Nutzungsforschung Sozialer Arbeit und plädiert dafür, dass Partizipation und soziale Ausschließung stärker als relationales Gefüge gedacht werden. Die Ergebnisse bieten Impulse für eine machtkritische Reflexion der Rolle Sozialer Arbeit in partizipativen Prozessen.

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„Dit is doch nur’n Kummerkasten“ – (Nicht-)Nutzung von Situationen veranstalteter Partizipation im Kontext von Gemeinwesenarbeit

  • Stephanie Pigorsch

摘要

Partizipation gilt einerseits als Instrument der Demokratisierung, andererseits sind mit ihr sozialstaatliche Steuerungsinteressen verbunden. Entlang der Forschungsperspektive from below thematisiert der Beitrag die (Nicht-)Nutzung von Situationen veranstalteter Partizipation im Kontext von Gemeinwesenarbeit (GWA). Im Fokus steht die Frage, wie Adressat*innen partizipative Formate (nicht) nutzen. Die dem Beitrag zugrunde liegende Forschung basiert auf einer triangulierten Methodik, darunter einer diskursanalytisch informierten Ethnografie und Situationsanalyse. Es zeigt sich, wie die Materialität und die in die Situation eingelagerten institutionellen Routinen die Möglichkeiten zur Nutzung durch die Adressat*innen behindern. Widerständige und eigensinnige Praktiken werden dementsprechend als Effekte von den Situationen inhärenten Prozessen sozialer Ausschließung gedeutet. Diese reichen von räumlichem Distanzieren und leiser Ablehnung bis hin zu offenem Einspruch. Die Forschung versteht sich als Beitrag zur (Nicht-)Nutzungsforschung Sozialer Arbeit und plädiert dafür, dass Partizipation und soziale Ausschließung stärker als relationales Gefüge gedacht werden. Die Ergebnisse bieten Impulse für eine machtkritische Reflexion der Rolle Sozialer Arbeit in partizipativen Prozessen.