43.142 Menschen waren am 31.03.2024 in Deutschland wegen einer (Ersatz-)Freiheits- oder Jugendstrafe inhaftiert (Statistisches Bundesamt (2024). Statistischer Bericht Strafvollzug. EVAS-Nummer 24.321. Ergänzung zur Datenbank GENESIS online. Report. Zugegriffen am 29. Januar 2025, unter https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Justiz-Rechtspflege/_inhalt.html#_z9udhdrgm ) und damit Zielgruppe der Sozialen Arbeit. Die hier vorliegende Analyse fokussiert die Perspektive der Menschen, die inhaftiert sind bzw. waren, indem sie diese mithilfe einer subjektorientierten Forschungsperspektive in das Zentrum der Forschung stellt. Anknüpfend an bisherige Ergebnisse der Sozialpädagogischen Nutzer*innenforschung, wurde in diesem Forschungsprojekt möglichen Leerstellen und Ambivalenzen vor allem im Hinblick auf den institutionellen Relevanzkontext nachgegangen. Gefragt wurde im Besonderen, (a) ob Soziale Arbeit im institutionellen Relevanzkontext des Strafvollzugs – insbesondere im Erwachsenenstrafvollzug – einen Nutzen für die Inanspruchnehmenden selbst hat und wenn ja, welchen, und (b) inwiefern dieser institutionelle Relevanzkontext – gekennzeichnet auch als Zwangskontext – einen Nutzen befördern, verhindern oder sogar beschädigen kann. Zu der Beantwortung dieser untersuchungsleitenden Fragestellung wurden im Rahmen einer qualitativen Studie erwachsene Männer mit Hafterfahrung in NRW interviewt. In dem folgenden Beitrag wird der Fokus auf die nutzenlimitierenden Aspekte gelegt. Es werden die Grenzen und Barrieren der Nutzung Sozialer Arbeit im Zwangskontext verdeutlicht.

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„Das habe ich dann selber alles klargemacht, ohne einen Sozialdienst, weil mit Sozialdienst hätte das gar nicht geklappt“ – Der Zwangskontext Strafvollzug als Grenze und Barriere der Inanspruchnahme Sozialer Arbeit

  • Anne van Rießen,
  • Gaby Temme

摘要

43.142 Menschen waren am 31.03.2024 in Deutschland wegen einer (Ersatz-)Freiheits- oder Jugendstrafe inhaftiert (Statistisches Bundesamt (2024). Statistischer Bericht Strafvollzug. EVAS-Nummer 24.321. Ergänzung zur Datenbank GENESIS online. Report. Zugegriffen am 29. Januar 2025, unter https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Justiz-Rechtspflege/_inhalt.html#_z9udhdrgm ) und damit Zielgruppe der Sozialen Arbeit. Die hier vorliegende Analyse fokussiert die Perspektive der Menschen, die inhaftiert sind bzw. waren, indem sie diese mithilfe einer subjektorientierten Forschungsperspektive in das Zentrum der Forschung stellt. Anknüpfend an bisherige Ergebnisse der Sozialpädagogischen Nutzer*innenforschung, wurde in diesem Forschungsprojekt möglichen Leerstellen und Ambivalenzen vor allem im Hinblick auf den institutionellen Relevanzkontext nachgegangen. Gefragt wurde im Besonderen, (a) ob Soziale Arbeit im institutionellen Relevanzkontext des Strafvollzugs – insbesondere im Erwachsenenstrafvollzug – einen Nutzen für die Inanspruchnehmenden selbst hat und wenn ja, welchen, und (b) inwiefern dieser institutionelle Relevanzkontext – gekennzeichnet auch als Zwangskontext – einen Nutzen befördern, verhindern oder sogar beschädigen kann. Zu der Beantwortung dieser untersuchungsleitenden Fragestellung wurden im Rahmen einer qualitativen Studie erwachsene Männer mit Hafterfahrung in NRW interviewt. In dem folgenden Beitrag wird der Fokus auf die nutzenlimitierenden Aspekte gelegt. Es werden die Grenzen und Barrieren der Nutzung Sozialer Arbeit im Zwangskontext verdeutlicht.