Zehn Jahre sind ins Land gegangen seit Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches – und die Social-Media-Welt ist eine gänzlich andere. Damals die große Offenheit im Netz. Die Welt – ein Dorf, in dem gefühlt jeder von jedem alles weiß – und alle tolerant damit umgehen. Heute der Rückzug ins Private und in Dark Social – die geschlossenen Foren und Chaträume für Gleichgesinnte. Damals die Vorstellung, dass wir unter Mitwirkung der Bürger einen völlig neuen, besseren Journalismus bekommen – heute der Frust über Fakenews und Hass in den Kommentarspalten. Damals eine Social-Media-Euphorie, die geprägt war von der Vorstellung, dass Social Media demokratisierend wirkt und auch den Marginalisierten eine Stimme verleiht. Heute die Erfahrung, dass die Mechanismen der Empörung auch von Populisten und Hetzern genutzt werden können, sodass viele die Demokratie gefährdet sehen. Ein Rezensent hat damals über die erste Auflage angemerkt, dass dessen Autor offenbar nicht zu den Euphorikern gehöre und doch recht nüchtern auf den Gegenstand des Buches blicke. Stimmt. Ebenso wenig wie ich damals in Social Media das Heil und die Lösung aller Probleme für den Journalismus sah, ebenso wenig stimme ich heute in den Chor derer ein, die Social Media am liebsten wieder loswerden wollten und nur das Negative darin sehen – und die positiven Seiten, das Partizipative, das doch auch Emanzipative von Social Media völlig verdrängt haben. Davon abgesehen wird Social Media sowieso nicht verschwinden, selbst wenn man es wollte. Machen wir also das Beste aus Social Media. Dieses Buch soll Ihnen dabei helfen.

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Einleitung: Social Media – was ist neu?

  • Stefan Primbs

摘要

Zehn Jahre sind ins Land gegangen seit Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches – und die Social-Media-Welt ist eine gänzlich andere. Damals die große Offenheit im Netz. Die Welt – ein Dorf, in dem gefühlt jeder von jedem alles weiß – und alle tolerant damit umgehen. Heute der Rückzug ins Private und in Dark Social – die geschlossenen Foren und Chaträume für Gleichgesinnte. Damals die Vorstellung, dass wir unter Mitwirkung der Bürger einen völlig neuen, besseren Journalismus bekommen – heute der Frust über Fakenews und Hass in den Kommentarspalten. Damals eine Social-Media-Euphorie, die geprägt war von der Vorstellung, dass Social Media demokratisierend wirkt und auch den Marginalisierten eine Stimme verleiht. Heute die Erfahrung, dass die Mechanismen der Empörung auch von Populisten und Hetzern genutzt werden können, sodass viele die Demokratie gefährdet sehen. Ein Rezensent hat damals über die erste Auflage angemerkt, dass dessen Autor offenbar nicht zu den Euphorikern gehöre und doch recht nüchtern auf den Gegenstand des Buches blicke. Stimmt. Ebenso wenig wie ich damals in Social Media das Heil und die Lösung aller Probleme für den Journalismus sah, ebenso wenig stimme ich heute in den Chor derer ein, die Social Media am liebsten wieder loswerden wollten und nur das Negative darin sehen – und die positiven Seiten, das Partizipative, das doch auch Emanzipative von Social Media völlig verdrängt haben. Davon abgesehen wird Social Media sowieso nicht verschwinden, selbst wenn man es wollte. Machen wir also das Beste aus Social Media. Dieses Buch soll Ihnen dabei helfen.