Viktimisierung in großstädtischen Wohngebieten – Einflussfaktoren und Konsequenzen
摘要
Für das Risiko und die Konsequenzen von Opfererfahrungen bilden die sozialräumlichen Verhältnisse in großstädtischen Wohngebieten wichtige Rahmenbedingungen. Wir berichten in diesem Beitrag über Ergebnisse aus mehreren Wellen einer repräsentativen Befragung der Erwachsenenbevölkerung in 140 Wohngebieten in Köln und Essen zwischen 2014 und 2021. Wir untersuchen im ersten Teil die individuellen und kollektiven soziodemografischen Einflussfaktoren auf die Risiken der Viktimisierung. Ein wesentliches Ergebnis der Mehrebenenanalysen ist, dass Opferrisiken im eigenen Wohngebiet stark mit der konzentrierten Benachteiligung des Gebiets zusammenhängen. Im zweiten Teil stellen wir Ergebnisse von Panelanalysen zu den psychosozialen Konsequenzen von Viktimisierungen vor. Generell haben Opfererfahrungen wenig Einfluss auf das globale Wohlbefinden (Lebenszufriedenheit und Affekte) von Menschen, wenn man deren bereits geringeres Wohlbefinden vor dem Opferereignis berücksichtigt. Sicherheitswahrnehmungen werden vor allem durch Gewalterfahrungen stärker beeinträchtigt. Dies ist ganz besonders dann der Fall, wenn die Gewalt wiederholt im eigenen Wohngebiet erlebt wird und wenn dieses Wohngebiet strukturell besonders benachteiligt ist.