Online Hate Speech ist eine Form der vorurteilsmotivierten Kriminalität, die mit der Bedeutung des Internets und der sozialen Medien zunimmt. Während Untersuchungen zu vorurteilsmotivierten Taten außerhalb des Internets zeigen, dass damit vergleichsweise schwerwiegende Folgen, z. B. für das Sicherheitsgefühl der Opfer, verbunden sein können, gibt es zu den Folgen von Online Hate Speech bislang nur wenige Erkenntnisse. Der vorliegende Beitrag basiert auf einer Sekundärdatenanalyse einer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsbefragung in Niedersachsen zum Thema Cyberkriminalität im Jahr 2020. Anhand einer Teilstichprobe von Befragten, die das Internet privat nutzen (n = 3293), wurde der Frage nachgegangen, inwiefern das Erleben von Online Hate Speech das Sicherheitsgefühl von Betroffenen beeinträchtigt. Die Ergebnisse der Untersuchung legen nahe, dass Opfer von Online Hate Speech im Vergleich zu Nichtopfern ein stärker ausgeprägtes Unsicherheitsgefühl außerhalb des Internets aufweisen, wobei die Effektstärken jedoch als gering einzustufen sind. Demgegenüber zeigt sich keine signifikante Differenz im Unsicherheitsgefühl zwischen Opfern anderer Formen der Cyberkriminalität und Nichtopfern. Für Offline Hate Speech wurde kein Effekt gefunden, wenn relevante Kontrollvariablen in das statistische Modell einbezogen wurden. Mögliche Gründe für diesen Befund werden in den Charakteristiken des Phänomens Online Hate Speech vermutet, beispielsweise weil sich die Inhalte im Internet unkontrollierbar verbreiten und ihre Opfer selbst in geschützten Privatsphären treffen.

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Online Hate Speech – Folgen für das allgemeine Sicherheitsgefühl der Betroffenen

  • Philipp Müller,
  • Arne Dreißigacker,
  • Anna Isenhardt,
  • Jonas Schemmel

摘要

Online Hate Speech ist eine Form der vorurteilsmotivierten Kriminalität, die mit der Bedeutung des Internets und der sozialen Medien zunimmt. Während Untersuchungen zu vorurteilsmotivierten Taten außerhalb des Internets zeigen, dass damit vergleichsweise schwerwiegende Folgen, z. B. für das Sicherheitsgefühl der Opfer, verbunden sein können, gibt es zu den Folgen von Online Hate Speech bislang nur wenige Erkenntnisse. Der vorliegende Beitrag basiert auf einer Sekundärdatenanalyse einer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsbefragung in Niedersachsen zum Thema Cyberkriminalität im Jahr 2020. Anhand einer Teilstichprobe von Befragten, die das Internet privat nutzen (n = 3293), wurde der Frage nachgegangen, inwiefern das Erleben von Online Hate Speech das Sicherheitsgefühl von Betroffenen beeinträchtigt. Die Ergebnisse der Untersuchung legen nahe, dass Opfer von Online Hate Speech im Vergleich zu Nichtopfern ein stärker ausgeprägtes Unsicherheitsgefühl außerhalb des Internets aufweisen, wobei die Effektstärken jedoch als gering einzustufen sind. Demgegenüber zeigt sich keine signifikante Differenz im Unsicherheitsgefühl zwischen Opfern anderer Formen der Cyberkriminalität und Nichtopfern. Für Offline Hate Speech wurde kein Effekt gefunden, wenn relevante Kontrollvariablen in das statistische Modell einbezogen wurden. Mögliche Gründe für diesen Befund werden in den Charakteristiken des Phänomens Online Hate Speech vermutet, beispielsweise weil sich die Inhalte im Internet unkontrollierbar verbreiten und ihre Opfer selbst in geschützten Privatsphären treffen.