Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem mit tiefgreifenden psychischen, physischen und sozialen Folgen. Trotz gesetzlicher Regelungen und bestehender Präventionsmaßnahmen bleibt die Prävalenz weltweit und in Deutschland besorgniserregend hoch. Betroffene Kinder und Jugendliche offenbaren sich selten, was durch Machtungleichgewichte, Tabuisierung, Adultismus und Versäumnisse seitens der Institutionen und nicht zuletzt der Bystander begünstigt wird. Betroffen sind Kinder und Jugendliche unabhängig von Geschlecht, sozialem Status oder kulturellem Hintergrund, jedoch sind besonders Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie queere Kinder und Jugendliche gefährdet und werden zudem häufig vom Hilfesystem übersehen. Täter*innen stammen meist aus dem sozialen Nahraum und nutzen beim Grooming Vertrauen und Abhängigkeit strategisch aus. Die Folgen der Gewalterfahrung für Betroffene sind vielfältig: Neben psychischen Erkrankungen wie posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen oder Angststörungen treten auch körperliche und sozioökonomische Langzeitschädigungen zutage. Fehlen adäquate Schutz- und Hilfsmaßnahmen, steigt das Risiko der Re-Viktimisierung. Es ist daher eine gesellschaftliche Aufgabe, umfassende inklusive Präventionsstrategien zu implementieren, die sowohl Verhaltens- als auch Verhältnisveränderungen anstreben. Dazu zählen Schutzkonzepte in Institutionen, Täter*innenprävention und faktenbasierte Aufklärung. Eine enttabuisierende, öffentliche Debatte ist ebenso essenziell wie die Verantwortungsübernahme aller Erwachsenen mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche nachhaltig vor sexualisierter Gewalt zu schützen.

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Kinder und Jugendliche als Betroffene von sexualisierter Gewalt

  • Karla Verlinden,
  • Katharina Urbann

摘要

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem mit tiefgreifenden psychischen, physischen und sozialen Folgen. Trotz gesetzlicher Regelungen und bestehender Präventionsmaßnahmen bleibt die Prävalenz weltweit und in Deutschland besorgniserregend hoch. Betroffene Kinder und Jugendliche offenbaren sich selten, was durch Machtungleichgewichte, Tabuisierung, Adultismus und Versäumnisse seitens der Institutionen und nicht zuletzt der Bystander begünstigt wird. Betroffen sind Kinder und Jugendliche unabhängig von Geschlecht, sozialem Status oder kulturellem Hintergrund, jedoch sind besonders Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie queere Kinder und Jugendliche gefährdet und werden zudem häufig vom Hilfesystem übersehen. Täter*innen stammen meist aus dem sozialen Nahraum und nutzen beim Grooming Vertrauen und Abhängigkeit strategisch aus. Die Folgen der Gewalterfahrung für Betroffene sind vielfältig: Neben psychischen Erkrankungen wie posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen oder Angststörungen treten auch körperliche und sozioökonomische Langzeitschädigungen zutage. Fehlen adäquate Schutz- und Hilfsmaßnahmen, steigt das Risiko der Re-Viktimisierung. Es ist daher eine gesellschaftliche Aufgabe, umfassende inklusive Präventionsstrategien zu implementieren, die sowohl Verhaltens- als auch Verhältnisveränderungen anstreben. Dazu zählen Schutzkonzepte in Institutionen, Täter*innenprävention und faktenbasierte Aufklärung. Eine enttabuisierende, öffentliche Debatte ist ebenso essenziell wie die Verantwortungsübernahme aller Erwachsenen mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche nachhaltig vor sexualisierter Gewalt zu schützen.