Dieses Kapitel verweist auf die Wichtigkeit von Diagnostik im Coaching, wobei eine funktionsanalytisch hergeleitete Persönlichkeitsdiagnostik vorgestellt wird. Die Akzeptanz von Persönlichkeitsdiagnostik ist im Coaching nicht selbstverständlich, insbesondere bei rein methodenorientierten Vorgehensweisen. Eine Diagnostik ermöglicht darüber hinaus ein maßgeschneidertes Vorgehen, welches die Methoden integrativ auf die Persönlichkeit des Klienten abstimmt. Dieses ist möglich, weil eine funktionsanalytische Diagnostik den Anspruch hat, Entwicklungsblockaden und -möglichkeiten zu erklären und aus diesem Funktionszusammenhang Änderungsmethoden abzuleiten, anstatt allen Klienten das gleiche (methodenzentrierte) Angebot zu machen. Die Funktionsanalyse postuliert auf Grundlage logischer, psychologischer und biologischer Erkenntnisse eine Gesamtheit von Persönlichkeitsvariablen und sucht diese und ihre Zusammenhänge empirisch zu bestätigen und im Coaching zu berücksichtigen. Es geht also darum, Entwicklungsangebote ressourcenorientiert aufzuzeigen, weshalb die funktionsanalytische Diagnostik, die hier vorgestellt wird, auch EOS, d. h. Entwicklungs-Orientiertes Scanning genannt wird (Kuhl und Henseler 2017). EOS oder TOP (Trainingsorientierte Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik, Kuhl und Alsleben 2012) unterscheiden sich von den gängigen rein beschreibenden und eigenschaftsorientierten Diagnostik – Angeboten. Funktionsanalytische Diagnostik geht über eine bloße Beschreibung von Persönlichkeitsmerkmalen hinaus, sondern versucht diese durch kausale, intrapsychische Mechanismen (inkl. Ressourcen und Blockaden) zu erklären. Ziel der funktionsanalytischen Diagnostik ist vor allem, effektive Coachingansätze zu entwickeln und umzusetzen, sodass eine nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung in Richtung von mehr Selbststeuerung, Resilienz und innerer Balance möglich wird. Im Folgenden wird eine bestimmte funktionsanalytische Persönlichkeitsdiagnostik dargestellt, nämlich die Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik (TOP) (Kuhl und Alsleben 2012). Diese umfasst u. a. persönliche Stile, Selbststeuerungskompetenzen und Motive und basiert auf der Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (u. a. Kuhl 2001). Selbststeuerungsdiagnostik ist immer auch Prozessdiagnostik, denn es geht darum, wie der Klient seine eigenen Prozesse von der Dysbalance ändert und zu mehr Steuerung und innerer Balance findet. Fallbeispiele verdeutlichen, wie spezielle Coaching-Interventionen in der Praxis aus der funktionsanalytischen Diagnostik abgeleitet werden können, damit ein maßgeschneidertes differenzielles (individuumszentriertes) Coaching- Angebot angewendet werden kann.

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Persönlichkeitsdiagnostik im Coaching

  • Gudula Ritz

摘要

Dieses Kapitel verweist auf die Wichtigkeit von Diagnostik im Coaching, wobei eine funktionsanalytisch hergeleitete Persönlichkeitsdiagnostik vorgestellt wird. Die Akzeptanz von Persönlichkeitsdiagnostik ist im Coaching nicht selbstverständlich, insbesondere bei rein methodenorientierten Vorgehensweisen. Eine Diagnostik ermöglicht darüber hinaus ein maßgeschneidertes Vorgehen, welches die Methoden integrativ auf die Persönlichkeit des Klienten abstimmt. Dieses ist möglich, weil eine funktionsanalytische Diagnostik den Anspruch hat, Entwicklungsblockaden und -möglichkeiten zu erklären und aus diesem Funktionszusammenhang Änderungsmethoden abzuleiten, anstatt allen Klienten das gleiche (methodenzentrierte) Angebot zu machen. Die Funktionsanalyse postuliert auf Grundlage logischer, psychologischer und biologischer Erkenntnisse eine Gesamtheit von Persönlichkeitsvariablen und sucht diese und ihre Zusammenhänge empirisch zu bestätigen und im Coaching zu berücksichtigen. Es geht also darum, Entwicklungsangebote ressourcenorientiert aufzuzeigen, weshalb die funktionsanalytische Diagnostik, die hier vorgestellt wird, auch EOS, d. h. Entwicklungs-Orientiertes Scanning genannt wird (Kuhl und Henseler 2017). EOS oder TOP (Trainingsorientierte Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik, Kuhl und Alsleben 2012) unterscheiden sich von den gängigen rein beschreibenden und eigenschaftsorientierten Diagnostik – Angeboten. Funktionsanalytische Diagnostik geht über eine bloße Beschreibung von Persönlichkeitsmerkmalen hinaus, sondern versucht diese durch kausale, intrapsychische Mechanismen (inkl. Ressourcen und Blockaden) zu erklären. Ziel der funktionsanalytischen Diagnostik ist vor allem, effektive Coachingansätze zu entwickeln und umzusetzen, sodass eine nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung in Richtung von mehr Selbststeuerung, Resilienz und innerer Balance möglich wird. Im Folgenden wird eine bestimmte funktionsanalytische Persönlichkeitsdiagnostik dargestellt, nämlich die Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik (TOP) (Kuhl und Alsleben 2012). Diese umfasst u. a. persönliche Stile, Selbststeuerungskompetenzen und Motive und basiert auf der Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (u. a. Kuhl 2001). Selbststeuerungsdiagnostik ist immer auch Prozessdiagnostik, denn es geht darum, wie der Klient seine eigenen Prozesse von der Dysbalance ändert und zu mehr Steuerung und innerer Balance findet. Fallbeispiele verdeutlichen, wie spezielle Coaching-Interventionen in der Praxis aus der funktionsanalytischen Diagnostik abgeleitet werden können, damit ein maßgeschneidertes differenzielles (individuumszentriertes) Coaching- Angebot angewendet werden kann.