Psychologisches Coaching: Intrapersonale Wirkprozesse auf sieben Ebenen
摘要
Für das Coaching relevante Wirkprozesse laufen auf unterschiedlichen Funktionsebenen der menschlichen Psyche ab. Ein Coaching-Ansatz, der sich an einer bestimmten psychologischen Denkschule orientiert (z. B. eher verhaltens-, tiefenpsychologisch oder klientenzentriert), fokussiert meist nur eine oder wenige Ebenen. Dadurch kann der ganzheitliche Blick auf das Individuum eingeschränkt werden: Entwicklungspotenziale bleiben möglicherweise unerkannt oder ungenutzt, und passende Coachingmethoden kommen in der jeweiligen Lage nicht zum Einsatz. Ein fundiertes Wissen über die psychologischen Funktionsebenen, die Wirkfaktoren vermitteln können, ist daher für professionelles Coaching unerlässlich: Erst eine umfassende Kenntnis der Persönlichkeit des Coachees auf allen Ebenen schafft die Grundlage, die wirksamste Herangehensweise zu wählen, sei es Gewohnheiten zu ändern, Anreize zu setzen oder die bewusste Reflexion zu fördern. Dieses Kapitel stellt eine Taxonomie von sieben Ebenen psychischen Funktionierens vor: (1) elementare Kognition (einschl. Gewohnheiten), (2) Temperament, (3) Affekt/Anreizmotivation, (4) Stressbewältigung, (5) Motive, (6) höhere Kognition und (7) Selbststeuerung. Diese Ebenen sind nicht unabhängig, sondern wirken fördernd aufeinander ein. Eine durch Coaching angestoßene Veränderung auf einer Ebene kann daher auch Prozesse anderer Ebenen beeinflussen. Um eine Person in ihrer Ganzheit zu verstehen, empfiehlt es sich, die Funktionen der sieben Ebenen mithilfe validierter Tests zu diagnostizieren.