Von der Polygraphie zur KI-basierten Wahrheitsfindung
摘要
Von der Vorstellung, mittels Polygraphen feststellen zu können, ob eine beschuldigte Person im Strafverfahren lügt oder die Wahrheit spricht, geht spätestens seit der ersten Polygraphen-Entscheidung des BGH im Jahre 1954 eine gewisse Faszination aus. Die höchstrichterliche Rechtsprechung in Strafsachen vertritt den Standpunkt, dass die Polygraphenuntersuchung ein ungeeignetes Beweismittel darstellt. Ob sich dies durch neuere Verfahren der Lügendetektion, etwa basierend auf Künstlicher Intelligenz (KI), ändern könnte, ist angesichts der stetigen Weiterentwicklung von KI Gegenstand der öffentlichen und fachdisziplinären, insbesondere psychologischen und juristischen Diskussion. Der Beitrag zeichnet die Entwicklung von der Polygraphie zur KI-basierten Wahrheitsfindung nach. Diskutiert wird, ob neuere Verfahren der Lügendetektion, wie die KI-basierte Lügendetektion, die bislang gegen den Einsatz des Polygraphen im Strafverfahren geäußerten Einwände überwinden könnten und welche neuen Herausforderungen und Hindernisse für die Ermittlungsbehörden und Gerichte bestehen.