Qualitative Erhebung kognitiver Frames
摘要
Zunächst bedarf es empirischer Erkenntnisse zu vorhandenen kognitiven Frames zu einem bestimmten Untersuchungsgegenstand, um entsprechende narrative Persuasionsbotschaften entwickeln und testen zu können, die in der Lage sind, an vorhandene kognitive Frames anzuknüpfen. Als exemplarischer Anwendungsfall dient in der vorliegenden Arbeit die Förderung psychischer Gesundheit, was im folgenden Abschnitt näher ausgeführt wird (siehe Abschnitt 5.1). Demnach stellte ein erster empirischer Schritt die explorative Identifikation von kognitiven Frames zu psychischer Gesundheit und Krankheit dar, um damit den ‚Nährboden‘ zu kennen, auf den persuasive Botschaften treffen können. Basierend auf den Erkenntnissen dieses qualitativen Schrittes wurden narrative Persuasionsbotschaften entwickelt, anhand derer die Hypothesen quantitativ in einem experimentellen Design getestet werden konnten (siehe Kapitel 6). Die Kombination der beiden methodischen Zugänge ergänzt sich entsprechend in einem Mixed-Methods-Design (Baumann, 2012, S. 169; Baumann & Scherer, 2012, S. 28; Kalch & Bilandzic, 2013, S. 176; Kelle, 2022, S. 171; Teddlie & Tashakkori, 2011, S. 285). Damit findet in der vorliegenden Arbeit eine Methodentriangulation mit einem sequentiellen qualitativ-quantitativen Design Anwendung (Kelle, 2022, S. 172), da das Phänomen kognitive Frames zu psychischer Gesundheit zunächst in einem ersten Schritt exploriert werden musste, bevor es in der folgenden quantitativen Studie erfasst werden konnte. Dadurch dienen die Ergebnisse der qualitativen Studie einerseits der Entwicklung des quantitativen Instruments hinsichtlich der Erfassung kognitiver Frames und andererseits der Gestaltung der Stimuli, die Botschaftsframes enthalten sollten, deren kognitive Entsprechungen sich auch in der empirischen Realität zeigen. Weil kognitive Frames intersubjektiv geteilt sind (siehe Abschnitt 3.1.2), wurde ein methodisches Vorgehen gewählt, das auf der Annahme aufbaut, dass die in qualitativer Forschung identifizierten kognitiven Frames die dominierenden kognitiven Frames in einer Gesellschaft abbilden. Wenngleich auf diese Weise nicht alle potenziell vorhandenen kognitiven Frames erhoben werden können, ist davon auszugehen, dass die identifizierten Frames sich auch bei anderen Mitgliedern der Gesellschaft finden lassen. Entsprechend konnten – basierend auf den Befunden der qualitativen Vorstudie – Stimuli entwickelt werden, die potenziell an die kognitiven Frames der Versuchspersonen der quantitativen Studie anknüpfen konnten.