Europa wird im 20. und 21. Jahrhundert als ein einheitlicher, in sich abgeschlossener Kontinent imaginiert. Er erscheint als einheitlich in seiner Kultur, in juridischen und historischen Fragen, aber auch in längst überholten Vorstellungen von ‚Land und Leuten‘, samt Klima. Die Visualisierungen über Karten tragen dieser Imagination Rechnung. Der Verschiebung der Grenzen vom Nationalstaat hin zu den tödlichen Außengrenzen Europas gingen diese Vereinheitlichungen im 18. Jahrhundert voraus, die Grenzen in Karten auch über Geschlechtervorstellung und -ordnungen konstruierten. Eine Historisierung, Verortung, Situierung und Provinzialisierung des kartographischen Wissens soll zur Dekolonisierung von kartographischen Visualisierungen Europas beitragen.

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Europabilder dezentrieren

  • Muriel González Athenas

摘要

Europa wird im 20. und 21. Jahrhundert als ein einheitlicher, in sich abgeschlossener Kontinent imaginiert. Er erscheint als einheitlich in seiner Kultur, in juridischen und historischen Fragen, aber auch in längst überholten Vorstellungen von ‚Land und Leuten‘, samt Klima. Die Visualisierungen über Karten tragen dieser Imagination Rechnung. Der Verschiebung der Grenzen vom Nationalstaat hin zu den tödlichen Außengrenzen Europas gingen diese Vereinheitlichungen im 18. Jahrhundert voraus, die Grenzen in Karten auch über Geschlechtervorstellung und -ordnungen konstruierten. Eine Historisierung, Verortung, Situierung und Provinzialisierung des kartographischen Wissens soll zur Dekolonisierung von kartographischen Visualisierungen Europas beitragen.