Die aktuell diskutierte sozial-ökologische Transformation zielt auf einen umfassenden und weltweiten Umbau aller urbanen Gesellschaften. Im Mittelpunkt steht dabei die Vorstellung einer kausal-adäquaten Transformation der urbanen Lebensweise. Die für ein solches Unterfangen in urbanen Gesellschaften zur Verfügung stehenden sozialen Verfahren werfen in diesem Fall zwei Probleme auf: Zum einen sind sie a priori keineswegs kausal-rational, sondern in aller Regel nur formal-rational angelegt, müssen also nur plausibel und damit sozial viabel erscheinen. Und zum anderen setzen solche Verfahren voraus, dass die Rahmenbedingungen klar sind, d. h. ersichtlich ist, an welcher Stelle der Dauerablauf des Alltags ins Stocken geraten und zu intervenieren ist. Angesichts der durch die neuen Medien hervorgerufenen superdiversen Deutungs- und Handlungsangebote kommt es aber zunehmend zu einer Entstrukturierung des Habitus und dessen alltagskultureller Verankerung. Die gesellschaftliche Konstruktion von urbaner Wirklichkeit wird insgesamt volatil. Damit nimmt aber nicht bloß die Schwierigkeit zu, sich für ein tatsächlich sachangemessenes Verfahrenskonzept zu entscheiden, sondern es wird schon im Vorfeld schwierig, die aktuellen Herausforderungen überhaupt im Dauerablauf des Alltags zu verorten. Mögliche Transformationsverfahren werden quasi orientierungslos. Die einzige Lösung besteht hier in einer Mobilisierung der Bevölkerung für eine kritische Re-Konstruktion ihrer urbanen Wirklichkeit als Referenzrahmen für eine Identifikation der aktuellen Herausforderungen und die Aktivierung passender Transformationsverfahren für eine reorganisierte urbane Lebensweise.

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Die urbane Gesellschaft als Referenzrahmen für eine sozial-ökologische Transformation

  • Wolf-Dietrich Bukow

摘要

Die aktuell diskutierte sozial-ökologische Transformation zielt auf einen umfassenden und weltweiten Umbau aller urbanen Gesellschaften. Im Mittelpunkt steht dabei die Vorstellung einer kausal-adäquaten Transformation der urbanen Lebensweise. Die für ein solches Unterfangen in urbanen Gesellschaften zur Verfügung stehenden sozialen Verfahren werfen in diesem Fall zwei Probleme auf: Zum einen sind sie a priori keineswegs kausal-rational, sondern in aller Regel nur formal-rational angelegt, müssen also nur plausibel und damit sozial viabel erscheinen. Und zum anderen setzen solche Verfahren voraus, dass die Rahmenbedingungen klar sind, d. h. ersichtlich ist, an welcher Stelle der Dauerablauf des Alltags ins Stocken geraten und zu intervenieren ist. Angesichts der durch die neuen Medien hervorgerufenen superdiversen Deutungs- und Handlungsangebote kommt es aber zunehmend zu einer Entstrukturierung des Habitus und dessen alltagskultureller Verankerung. Die gesellschaftliche Konstruktion von urbaner Wirklichkeit wird insgesamt volatil. Damit nimmt aber nicht bloß die Schwierigkeit zu, sich für ein tatsächlich sachangemessenes Verfahrenskonzept zu entscheiden, sondern es wird schon im Vorfeld schwierig, die aktuellen Herausforderungen überhaupt im Dauerablauf des Alltags zu verorten. Mögliche Transformationsverfahren werden quasi orientierungslos. Die einzige Lösung besteht hier in einer Mobilisierung der Bevölkerung für eine kritische Re-Konstruktion ihrer urbanen Wirklichkeit als Referenzrahmen für eine Identifikation der aktuellen Herausforderungen und die Aktivierung passender Transformationsverfahren für eine reorganisierte urbane Lebensweise.