Für die Überwindung der gegenwärtigen Polykrise reicht eine bloße Symptombehandlung nicht aus: Eine große Transformation zur Nachhaltigkeit wird benötigt. Dabei bedingen sich, ähnlich wie während der Industriellen Revolution vor 250 Jahren, ein Wechsel des Energieregimes, des Gesellschaftsregimes und des Kulturregimes gegenseitig. Die zentrale Frage lautet: Wie ist ein friedliches Zusammenleben in der Vielfalt auf einem begrenzten Planeten möglich? Eine bewährte Lösung darauf lautet: Demokratie. Doch weil diese selbst im Westen ein unvollendetes Projekt geblieben ist, erfordert Nachhaltigkeit eine Demokratisierung der Demokratie. Bisher sind Staat und Markt nicht fähig gewesen, den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Deshalb muss sich die Zivilgesellschaft selbst zur nachhaltigen Transformation ermächtigen. Während der modernisierungsbedingte Fortschritt die Gesellschaft als Megamaschine optimiert, verlangt Nachhaltigkeit ihre „Vermenschlichung“. Während uns die Globalisierung überfordert und lähmt – so die Annahme des Autors –, entspricht das Lokale dem menschlichen Maß. Wenn die Polykrise Ausdruck einer tiefen Vertrauenskrise ist, dann erleichtert die räumliche Nähe die Vertrauensbildung und -pflege zwischen den Akteur*innen. In diesem Aufsatz wird daher gezeigt, wie eine nachhaltige Transformation aus dem Lokalen hervorgehen kann. Relevant sind dabei vielfältige Bündnisse und neue Allianzen sowie Spielwiesen der Alternativen. Stellvertretend dafür wird die Initiative Tag des guten Lebens in Köln vorgestellt.

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Stadt für alle und von allen – 365 Tage des guten Lebens?

  • Davide Brocchi

摘要

Für die Überwindung der gegenwärtigen Polykrise reicht eine bloße Symptombehandlung nicht aus: Eine große Transformation zur Nachhaltigkeit wird benötigt. Dabei bedingen sich, ähnlich wie während der Industriellen Revolution vor 250 Jahren, ein Wechsel des Energieregimes, des Gesellschaftsregimes und des Kulturregimes gegenseitig. Die zentrale Frage lautet: Wie ist ein friedliches Zusammenleben in der Vielfalt auf einem begrenzten Planeten möglich? Eine bewährte Lösung darauf lautet: Demokratie. Doch weil diese selbst im Westen ein unvollendetes Projekt geblieben ist, erfordert Nachhaltigkeit eine Demokratisierung der Demokratie. Bisher sind Staat und Markt nicht fähig gewesen, den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Deshalb muss sich die Zivilgesellschaft selbst zur nachhaltigen Transformation ermächtigen. Während der modernisierungsbedingte Fortschritt die Gesellschaft als Megamaschine optimiert, verlangt Nachhaltigkeit ihre „Vermenschlichung“. Während uns die Globalisierung überfordert und lähmt – so die Annahme des Autors –, entspricht das Lokale dem menschlichen Maß. Wenn die Polykrise Ausdruck einer tiefen Vertrauenskrise ist, dann erleichtert die räumliche Nähe die Vertrauensbildung und -pflege zwischen den Akteur*innen. In diesem Aufsatz wird daher gezeigt, wie eine nachhaltige Transformation aus dem Lokalen hervorgehen kann. Relevant sind dabei vielfältige Bündnisse und neue Allianzen sowie Spielwiesen der Alternativen. Stellvertretend dafür wird die Initiative Tag des guten Lebens in Köln vorgestellt.