Ausgehend von dem historischen Erkenntnisprozess, der in den letzten 200 Jahren zu einem immer detaillierteren Bild des Klimageschehens auf der Erde geführt hat, diskutieren wir einige der für den Physikunterricht besonders relevanten Kernideen: Die Unterscheidung zwischen sichtbarem Licht und Wärmestrahlung, Konvektion und Verdunstung, Aufbau und Zusammensetzung der Atmosphäre, sowie den Treibhauseffekt. Basierend auf diesen Grundlagen führen wir das Kohlenstoffbudget ein, also den in guter Näherung linearen Zusammenhang zwischen der Änderung der CO2-Konzentation in der Atmosphäre und der Änderung der mittleren globalen Temperatur, sowie das Konzept von sich selbst verstärkenden Feedback-Systemen und deren Bedeutung für das Klima. Wir diskutieren die Frage, wie diese Themen im Physikunterricht konkret verankert werden können, und welchen Beitrag Physikunterricht somit zur Klimakompetenz leisten kann, also dem Verständnis des Einflusses des Klimas auf das eigene Leben, sowie umgekehrt dem eigenen Einfluss auf das Klima. Physikalisches Fachwissen allein reicht aber nicht aus, um sich der Frage zu stellen, wieso trotz aller fachlichen Erkenntnis die notwendigen politischen und gesellschaftlichen Handlungsschritte ausbleiben. Dieser Komplexität und Vielschichtigkeit der Thematik widmen wir uns am Ende des Artikels und zeigen auf, dass weniger die individuelle Verantwortlichkeit in den Fokus gestellt werden sollte, sondern gesellschaftliche Zukunftsvisionen, für die kollektive Anstrengungen notwendig sind.

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Eine kurze Geschichte der physikalischen Klimaforschung

  • Stefan Heusler

摘要

Ausgehend von dem historischen Erkenntnisprozess, der in den letzten 200 Jahren zu einem immer detaillierteren Bild des Klimageschehens auf der Erde geführt hat, diskutieren wir einige der für den Physikunterricht besonders relevanten Kernideen: Die Unterscheidung zwischen sichtbarem Licht und Wärmestrahlung, Konvektion und Verdunstung, Aufbau und Zusammensetzung der Atmosphäre, sowie den Treibhauseffekt. Basierend auf diesen Grundlagen führen wir das Kohlenstoffbudget ein, also den in guter Näherung linearen Zusammenhang zwischen der Änderung der CO2-Konzentation in der Atmosphäre und der Änderung der mittleren globalen Temperatur, sowie das Konzept von sich selbst verstärkenden Feedback-Systemen und deren Bedeutung für das Klima. Wir diskutieren die Frage, wie diese Themen im Physikunterricht konkret verankert werden können, und welchen Beitrag Physikunterricht somit zur Klimakompetenz leisten kann, also dem Verständnis des Einflusses des Klimas auf das eigene Leben, sowie umgekehrt dem eigenen Einfluss auf das Klima. Physikalisches Fachwissen allein reicht aber nicht aus, um sich der Frage zu stellen, wieso trotz aller fachlichen Erkenntnis die notwendigen politischen und gesellschaftlichen Handlungsschritte ausbleiben. Dieser Komplexität und Vielschichtigkeit der Thematik widmen wir uns am Ende des Artikels und zeigen auf, dass weniger die individuelle Verantwortlichkeit in den Fokus gestellt werden sollte, sondern gesellschaftliche Zukunftsvisionen, für die kollektive Anstrengungen notwendig sind.