Fazit
摘要
In der vorliegenden Arbeit habe ich empirisch untersucht, wie schulische sexuelle Bildung in Addis Abeba im Schullalltag und in den nationalen Bildungsplänen umgesetzt wird und welche Friktionen dabei entstehen. Mit Hilfe meines theoretischen Ansatzes, in dem ich die Erkenntnisse aus der Übersetzungsforschung mit jenen aus der Prozess- und Figurationssoziologie zusammengebracht habe, konnte ich verschiedene relationale und prozessuale Aspekte von Übersetzungsprozessen herausarbeiten. Mein Ziel war, einen Beitrag zur Nuancierung von Friktionen innerhalb von Übersetzungsprozessen zu leisten und Übersetzungsprozesse stärker in Beziehung zu setzen, also mit Blick auf die sozialen Beziehungen zu begreifen, innerhalb derer sie stattfinden und die Übersetzungsprozesse ihrerseits beeinflussen. Meine figurative Analyse hat drei zentrale Erkenntnisse hervorgebracht. Erstens konnte ich verschiedene zwischenmenschliche Interdependenzen, soziale Hierarchien und Ausschlussmechanismen in Übersetzungsprozessen herausarbeiten und aufzeigen, wie Machtverhältnisse und Handlungsspielräume unterschiedlich wahrgenommen, verschoben oder verfestigt werden. Zweitens habe ich deutlich gemacht, dass Akteur:innen in Übersetzungsprozessen verschiedene Rollen einnehmen und nicht nur auf unmittelbare Ergebnisse abzielen, sondern auch langfristige Ziele verfolgen, die sich auf soziale Aspekte und Rahmenbedingungen der Übersetzung beziehen. Drittens habe ich das emanzipatorische Potenzial von Friktionen und Übersetzungen untersucht und empirisch aufgezeigt, dass Übersetzungsprozesse sowohl pluralisierend als auch polarisierend wirken können.