Einleitung – kann denn Technik ethisch sein?
摘要
Ethik ist immer die Frage nach dem „richtigen“ Handeln von Menschen. Dies setzt voraus, dass es zum einen ein „Richtig“ gibt (und dies soll im Folgenden so abstrakt vorausgesetzt werden) und dass zum anderen Entscheidungen unter Unsicherheit zu fällen sind (denn sonst gäbe es ja gar keine Frage, sondern nur deterministische Reaktionen). Aber kann eine Technik ethisch sein, wie dies eine „Ethik der Künstlichen Intelligenz“ impliziert? Denn eine Technik, ein Algorithmus, ein Computerprogramm (das heißt „if-then-else“) oder auch eine programmierte und parametrierte „Künstliche Intelligenz“ ist per definitionem deterministisch, weil sie von Menschen programmiert wurde und dieses Programm dann ausführt. Auch wenn die heute aktuelle „Künstliche Intelligenz“ ein statistisches Schätzverfahren ist – nicht mehr und nicht weniger – so wird die Art der Schätzung, die Zielfunktion, die Datenbasis zur Ableitung der Parametrisierung und auch die Anwendung auf neue Daten bzw. neue Ereignisse von Menschen vorgegeben. Blickt man tiefer in den Diskurs über eine „Ethik der Künstlichen Intelligenz“, so zeigt sich, dass oft Fiktionen über oder Wahrnehmungen von „Künstlicher Intelligenz“ den Ausgangspunkt bilden, aber nicht die Grundlagen dieser Technik, welche – verkürzt – angewandte Statistik ist. Wenn es also in diesem Kontext um ein „richtiges“ Handeln geht, dann muss dies im Sinne von Leitlinien für Entwickler, Betreiber und Nutzer als solche technischen Werkzeuge zur statistischen Schätzung verstanden werden.