Die Stuttgarter Jugendstudie, die das Jugendamt der Stadt Stuttgart als Reaktion auf die sog. Stuttgarter Krawallnacht veranlasste, bemüht sich um die Erfassung jugendlicher Ansprüche an ihre Stadt über eine egalitäre Perspektive, um den vorgängig medial hergestellten Problemfokus einer gewalttätigen, migrantischen und männlichen Jugend außer Rand und Band etwas entgegenzusetzen. Dabei drohen deren spezifischen alltäglichen Diskriminierungserfahrungen aus dem Blick zu geraten und in einer zu wenig differenzierten Vorstellung von Jugend zu verschwimmen. Weiterhin stellt sich die Frage, inwieweit die Stuttgarter Jugendstudie zu spät beauftragt wurde und darüber ein Beispiel für eine verpasste Chance der wirklichen Beteiligung von Jugendlichen in Fragen der Stadtentwicklung ist. Vor allem dann, wenn die Veränderungen rund um das große Infrastrukturprojekt Stuttgart 21 als Möglichkeitsraum verstanden wird, in dem es um die Neugestaltung städtischen Lebensraums und die Aushandlung unterschiedlicher Interessen hätte gehen können.

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„Städte sind nicht für Jugendliche gebaut!“ … und schon gar nicht für die krawalligen: Zwei Gedanken zur Stuttgarter Jugendstudie

  • Matthias Weber

摘要

Die Stuttgarter Jugendstudie, die das Jugendamt der Stadt Stuttgart als Reaktion auf die sog. Stuttgarter Krawallnacht veranlasste, bemüht sich um die Erfassung jugendlicher Ansprüche an ihre Stadt über eine egalitäre Perspektive, um den vorgängig medial hergestellten Problemfokus einer gewalttätigen, migrantischen und männlichen Jugend außer Rand und Band etwas entgegenzusetzen. Dabei drohen deren spezifischen alltäglichen Diskriminierungserfahrungen aus dem Blick zu geraten und in einer zu wenig differenzierten Vorstellung von Jugend zu verschwimmen. Weiterhin stellt sich die Frage, inwieweit die Stuttgarter Jugendstudie zu spät beauftragt wurde und darüber ein Beispiel für eine verpasste Chance der wirklichen Beteiligung von Jugendlichen in Fragen der Stadtentwicklung ist. Vor allem dann, wenn die Veränderungen rund um das große Infrastrukturprojekt Stuttgart 21 als Möglichkeitsraum verstanden wird, in dem es um die Neugestaltung städtischen Lebensraums und die Aushandlung unterschiedlicher Interessen hätte gehen können.