Diskurse und Bilder von Jugendlichen im öffentlichen Raum in Stuttgart – eine Reflexion
摘要
Die Autorin liest die Stuttgarter Jugendstudie als kritischen Kommentar zu einem öffentlichen Diskurs, der sehr stark auf die jeweils letzten Krawalle fokussiert und die Qualitäten, die öffentliche Räume – jenseits des Austragungsortes von Gewalt – auch noch haben, aus dem Blickfeld rückt. Statt dessen wird deutlich gemacht, dass und wie öffentliche Orte von Jugendlichen angeeignet werden. Mit einem klugen Methodenmix werden soziale Aneignungspraktiken sichtbar, die sowohl Bedürfnissen der Selbstinszenierung als auch Bedürfnissen von Rückzug und Geborgenheit Rechnung tragen, und die (eine immer prekäre) Zugehörigkeit permanent neu verhandeln. Dabei werden neben Fragen des Einbezugs künftig auch stärker Fragen des expliziten, vor allem aber auch des latenten Ausschlusses interessieren müssen. Was diese komplexe Gemengelage für die Praxis sozialer Arbeit bedeutet, kann am Ende nur angerissen werden.