Empört, vernetzt und verhüttelt
摘要
Der Beitrag analysiert die politischen Folgen der Digitalisierung aus lebensweltanalytischer Perspektive und entwickelt hierfür ein konzeptionelles Modell im Anschluss an die phänomenologische Soziologie Alfred Schütz’. Ausgangspunkt ist die These eines ‚Strukturwandels der Lebenswelt‘ durch digitale Technologien, der Raum, Zeit und Sozialität neu konfiguriert und dabei tiefgreifende Verschiebungen in politischen Formen der Kommunikation, Organisation und Kritik hervorbringt. Mit besonderem Akzent auf die digitale Kommunikation mit Artefakten wird gezeigt, wie sich subjektive Weltverhältnisse transformieren und neue Möglichkeitsräume für politisch-moralische Kollektive entstehen. Der Beitrag führt diese Veränderungen auf einen zweiten Prozess zurück: den Strukturwandel der Kritik, in dem sich Kritik zunehmend als existenziell motivierte, affektiv getragene Empörung artikuliert. Damit liefert der Text eine Analysefigur für die ‚Retribalisierung‘ politischer Vergemeinschaftung im digitalen Zeitalter.