Verschwörungssemantik und moralische Kommunikation
摘要
Der Beitrag fokussiert aus einer wissenssoziologischen Perspektive darauf, wie Bezugnahmen auf die Verschwörungssemantik während der Corona-Pandemie erfolgten. Konkret wird gefragt, inwiefern sich mit Blick auf die Fremdbeschreibung des (Sprech-)Handelns anderer als ‚verschwörerisch‘ oder aber ‚verschwörungstheoretisch‘ ein typischer (De-)Legitimierungsmodus von Kritik und Protest sowie deren TrägerInnen ausmachen lässt. Die zentrale, empirisch an zwei kontrastierenden Fällen gewonnene und theoretisch-konzeptionell rückgebundene These lautet, beide Varianten der Bezugnahme auf die Verschwörungssemantik als Ausdrucksgestalten einer wechselseitig-inversen Deutungslogik zu verstehen, die eigenes wie fremdes Handeln in einen moralischen Sinnzusammenhang stellt und darüber als legitim oder illegitim ausweist.