Im Mai 2015 rief die argentinische Journalistin Marcela Ojeda über Twitter zum Handeln gegen Femizide auf, woraufhin sich zunächst ein Kollektiv namens Ni Una Menos gründete, das wenig später zu einer überregionalen feministischen Bewegung wurde, die mittlerweile auch international vernetzt ist und agiert. Im Zentrum der Kritik steht die violencia machista (sexistische Gewalt), die Frauen und trans Personen in Argentinien alltäglich auf unterschiedlichen Ebenen erfahren. Wie viele soziale Bewegungen, aber insbesondere feministische Bewegungen, mobilisiert Ni Una Menos über Affekte. Inwiefern Ni Una Menos als affektivistische Bewegung verstanden werden kann soll in diesem Beitrag erörtert werden. Hierfür fokussiert der Beitrag sowohl die digitalen Kommunikations- und diskursiven Praktiken und Mobilisierungstrategien von Ni Una Menos als auch ihr Aktionsrepertoire auf den Straßen, die affektive Verbundenheit mit der Bewegung herstellen. Die Strategie Femizid als Menschenrechtsthematik zu framen, die Praxis Pluralität, Heterogenität und Intersektionalität anzuerkennen, die Verwendung kommunikativer Mittel wie des Slogans beziehungsweise des Hashtags #NiUnaMenos als Affektgenerator sowie der affektive Einsatz des Körpers zur Mobilisierung für die Bewegung werden analysiert, um zu beleuchten, wie Ni Una Menos affektive Solidarität herstellt.

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Ni Una Menos: Von affektiver Mobilisierung zu affektiver Solidarität

  • Lioba Martin

摘要

Im Mai 2015 rief die argentinische Journalistin Marcela Ojeda über Twitter zum Handeln gegen Femizide auf, woraufhin sich zunächst ein Kollektiv namens Ni Una Menos gründete, das wenig später zu einer überregionalen feministischen Bewegung wurde, die mittlerweile auch international vernetzt ist und agiert. Im Zentrum der Kritik steht die violencia machista (sexistische Gewalt), die Frauen und trans Personen in Argentinien alltäglich auf unterschiedlichen Ebenen erfahren. Wie viele soziale Bewegungen, aber insbesondere feministische Bewegungen, mobilisiert Ni Una Menos über Affekte. Inwiefern Ni Una Menos als affektivistische Bewegung verstanden werden kann soll in diesem Beitrag erörtert werden. Hierfür fokussiert der Beitrag sowohl die digitalen Kommunikations- und diskursiven Praktiken und Mobilisierungstrategien von Ni Una Menos als auch ihr Aktionsrepertoire auf den Straßen, die affektive Verbundenheit mit der Bewegung herstellen. Die Strategie Femizid als Menschenrechtsthematik zu framen, die Praxis Pluralität, Heterogenität und Intersektionalität anzuerkennen, die Verwendung kommunikativer Mittel wie des Slogans beziehungsweise des Hashtags #NiUnaMenos als Affektgenerator sowie der affektive Einsatz des Körpers zur Mobilisierung für die Bewegung werden analysiert, um zu beleuchten, wie Ni Una Menos affektive Solidarität herstellt.