Dieser Beitrag diskutiert die Voraussetzungen, Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen einer Agilisierung der öffentlichen Verwaltung aus einer organisationspsychologischen Perspektive. Es wird beleuchtet, wie die organisationale Grundlogik der öffentlichen Verwaltung, welche auf Stabilität ausgerichtet ist, mit den Prinzipien der Agilität in Einklang gebracht werden kann und welche organisatorischen, psychologischen und kulturellen Barrieren hierfür überwunden werden müssen. Die Balance zwischen Verändern und Bewahren wird ebenfalls thematisiert. Es wird argumentiert, dass sich öffentliche Verwaltungen aus nachvollziehbaren und „guten“ Gründen, insbesondere kulturell, so ausbilden, dass sie hohe Stabilität (Erwartungssicherheit) erzeugen können. Die Tiefenprogrammierung der Verwaltungskultur wird analysiert, um schließlich konkrete Herausforderungen einer agilen Transformation darzustellen. Eine besondere Bedeutung erlangt dabei die Frage, wie agiles Denken und Handeln (Mindset) in der Verwaltung gefördert werden kann, ohne die durchaus funktionalen Anteile der Organisationskultur zu gefährden, die für Stabilität und Rechtsstaatlichkeit sorgen. Eine Agilisierung der öffentlichen Verwaltung ist zwar durchaus denkbar, erzeugt jedoch Widersprüche und Spannungen, die sich einerseits grundsätzlich, andererseits in der konkreten Umsetzung zeigen. Dabei kommt es wesentlich darauf an, was genau unter Agilität verstanden wird bzw. weshalb und wozu Agilität eine Lösung sein könnte.

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Die öffentliche Verwaltung im Spannungsfeld zwischen Stabilität und Agilität – Ansätze zur Organisationsentwicklung

  • Michael Zirkler,
  • Eliana Hohl

摘要

Dieser Beitrag diskutiert die Voraussetzungen, Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen einer Agilisierung der öffentlichen Verwaltung aus einer organisationspsychologischen Perspektive. Es wird beleuchtet, wie die organisationale Grundlogik der öffentlichen Verwaltung, welche auf Stabilität ausgerichtet ist, mit den Prinzipien der Agilität in Einklang gebracht werden kann und welche organisatorischen, psychologischen und kulturellen Barrieren hierfür überwunden werden müssen. Die Balance zwischen Verändern und Bewahren wird ebenfalls thematisiert. Es wird argumentiert, dass sich öffentliche Verwaltungen aus nachvollziehbaren und „guten“ Gründen, insbesondere kulturell, so ausbilden, dass sie hohe Stabilität (Erwartungssicherheit) erzeugen können. Die Tiefenprogrammierung der Verwaltungskultur wird analysiert, um schließlich konkrete Herausforderungen einer agilen Transformation darzustellen. Eine besondere Bedeutung erlangt dabei die Frage, wie agiles Denken und Handeln (Mindset) in der Verwaltung gefördert werden kann, ohne die durchaus funktionalen Anteile der Organisationskultur zu gefährden, die für Stabilität und Rechtsstaatlichkeit sorgen. Eine Agilisierung der öffentlichen Verwaltung ist zwar durchaus denkbar, erzeugt jedoch Widersprüche und Spannungen, die sich einerseits grundsätzlich, andererseits in der konkreten Umsetzung zeigen. Dabei kommt es wesentlich darauf an, was genau unter Agilität verstanden wird bzw. weshalb und wozu Agilität eine Lösung sein könnte.