Dies Kapitel analysiert die Frage, ob die Vergrößerung des erreichbaren Raumes durch das Automobil soziale Vorteile bringt. Was für den Einzelnen klar ist, ist in der Konsequenz für Alle immer problematischer geworden. Mehr Autos gehen mit einem – wie gezeigt wird – auch von der Raumplanung extrem geförderten Trend zu immer weiter zentrierten Einrichtungen einher. Es entsteht eine dem Auto angepasste Raumorganisation, es steigen die Distanzen und wer kein Auto besitzt, bleibt zurück. Mit der „Maßstabsvergrößerung“ des Raumes und mehr Automobilen vergrößern sich also soziale Differenzen. Die Reaktion der Politik bestand darin, durch weitere Förderung des Autoverkehrs und der Infrastruktur auch mehr Menschen schnellere und weitere Fahrten zu ermöglichen. Es wurden allerorts Autobahnen, mehrspurige Straßen und Schnellverbindungen gebaut, die die ökologischen Nachteile und die Belastungen der Menschen immer mehr verstärkten. Die Umweltbewegung hatte erste Erfolge bei der Verhinderung von Neubauten und in der Problematisierung der Luftschadstoffe. Wirkliche Gegenmodelle entstanden jedoch kaum: Es zeigt sich, dass auch alternative Maßnahmen, wie „Verkehrsberuhigung“, oft nur lokale Wirkung hatten und durch mehr Belastung andernorts eher negative Bilanzen aufweisen, was auch durch „postmoderne“ Gestaltung nicht besser wird. Es ist offensichtlich, dass der Punkt weit überschritten ist, an dem schnellerer Verkehr über immer größere Distanzen uns noch Vorteile ermöglicht.

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Verkehr und „Sozialer Raum“

  • Helmut Holzapfel

摘要

Dies Kapitel analysiert die Frage, ob die Vergrößerung des erreichbaren Raumes durch das Automobil soziale Vorteile bringt. Was für den Einzelnen klar ist, ist in der Konsequenz für Alle immer problematischer geworden. Mehr Autos gehen mit einem – wie gezeigt wird – auch von der Raumplanung extrem geförderten Trend zu immer weiter zentrierten Einrichtungen einher. Es entsteht eine dem Auto angepasste Raumorganisation, es steigen die Distanzen und wer kein Auto besitzt, bleibt zurück. Mit der „Maßstabsvergrößerung“ des Raumes und mehr Automobilen vergrößern sich also soziale Differenzen. Die Reaktion der Politik bestand darin, durch weitere Förderung des Autoverkehrs und der Infrastruktur auch mehr Menschen schnellere und weitere Fahrten zu ermöglichen. Es wurden allerorts Autobahnen, mehrspurige Straßen und Schnellverbindungen gebaut, die die ökologischen Nachteile und die Belastungen der Menschen immer mehr verstärkten. Die Umweltbewegung hatte erste Erfolge bei der Verhinderung von Neubauten und in der Problematisierung der Luftschadstoffe. Wirkliche Gegenmodelle entstanden jedoch kaum: Es zeigt sich, dass auch alternative Maßnahmen, wie „Verkehrsberuhigung“, oft nur lokale Wirkung hatten und durch mehr Belastung andernorts eher negative Bilanzen aufweisen, was auch durch „postmoderne“ Gestaltung nicht besser wird. Es ist offensichtlich, dass der Punkt weit überschritten ist, an dem schnellerer Verkehr über immer größere Distanzen uns noch Vorteile ermöglicht.