Verkehr und Urbanismus in den Köpfen der Menschen
摘要
Dieses Kapitel thematisiert ein zentrales Missverständnis in den Köpfen vieler mit Fragen des Verkehrs befasster Politiker und Planer: Es sei die Erschließung distanter Ziele für Wirtschaft, menschliches Wohlergehen und Qualität urbaner Entwicklung wichtiger, als die Entwicklung der Nähe, der inneren und lokalen Kontakte in einer Stadt. Die kleinteilige, an Erreichbarkeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad angepasste Organisation einer Siedlung muss – so diese weit verbreitete fälschliche Auffassung – hinter dem entscheidenderen guten Zugang in die Ferne zurückstehen. Also: Der schnelle Autoverkehr auf der Hauptstraße ist wichtiger als das sichere Queren dieser Straße für Anwohnende. Der Flugverkehr ist zu fördern und wenn es schneller geht, nach Mallorca zu fliegen, als mit Bus oder Bahn zum Flughafen, scheint das vielen Beteiligten in Ordnung. In dem Kapitel werden die falschen historischen Analysen und angeblichen Selbstverständlichkeiten, die solche Vorurteile in den Köpfen entstehen lassen, widerlegt und es wird gezeigt: Die Nähe ist in aller Regel wichtiger als die Ferne, kleinteilige Organisation relevanter als immer weitere Distanzen zu erschließen. Eine Mobilitätswende ist ohne ein entsprechendes Umdenken nicht erreichbar.