Für die einen ist es ein regelmäßiges Hochamt während der Korrespondentenarbeit. Alle Staats- und Regierungschefs zusammen, Pressekonferenzen in tiefer Nacht, Wasserstandsmeldungen verschiedener Spindoktoren, zusammen in einem Saal mit hunderten internationalen Journalisten. Für andere sind es einfach furchtbar anstrengende und nicht selten langweilige Treffen, bei denen das meiste schon zuvor feststeht, und das Publikum kann nur bedingt etwas mit den Treffen anfangen. Wie auch immer die Ansichten sind, EU-Gipfel bleiben die extrem wichtigen Treffen aller EU-Chefs. Man stelle sich nur vor, sie würden sich nicht regelmäßig austauschen und gemeinsame Politik festlegen. Diese Treffen sind aufgrund der großen Unterschiedlichkeit der Mitgliedstaaten von besonderen Regeln geprägt. Die wichtigste ist, man beschließt einmütig. Ob das kleinste Mitgliedsland Malta oder das größte Deutschland, alle müssen mit den Beschlüssen leben können. Schon wieder also geht es um Kompromisse. Und diese Beschlüsse sollen als Richtschnur die Politik der europäischen Union bestimmen. Solche Beschlüsse vorzubereiten und später herbeizuführen, ohne dass jemand als Verlierer den Gipfel verlässt, dass jeder seine besonderen Interessen vertreten sieht, dieser Prozess ist nicht trivial. Und dabei sind sich die Mitgliedstaaten oft viel näher, als es in der Öffentlichkeit dargestellt wird.

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Die Schlussfolgerungen

  • Michael Grytz

摘要

Für die einen ist es ein regelmäßiges Hochamt während der Korrespondentenarbeit. Alle Staats- und Regierungschefs zusammen, Pressekonferenzen in tiefer Nacht, Wasserstandsmeldungen verschiedener Spindoktoren, zusammen in einem Saal mit hunderten internationalen Journalisten. Für andere sind es einfach furchtbar anstrengende und nicht selten langweilige Treffen, bei denen das meiste schon zuvor feststeht, und das Publikum kann nur bedingt etwas mit den Treffen anfangen. Wie auch immer die Ansichten sind, EU-Gipfel bleiben die extrem wichtigen Treffen aller EU-Chefs. Man stelle sich nur vor, sie würden sich nicht regelmäßig austauschen und gemeinsame Politik festlegen. Diese Treffen sind aufgrund der großen Unterschiedlichkeit der Mitgliedstaaten von besonderen Regeln geprägt. Die wichtigste ist, man beschließt einmütig. Ob das kleinste Mitgliedsland Malta oder das größte Deutschland, alle müssen mit den Beschlüssen leben können. Schon wieder also geht es um Kompromisse. Und diese Beschlüsse sollen als Richtschnur die Politik der europäischen Union bestimmen. Solche Beschlüsse vorzubereiten und später herbeizuführen, ohne dass jemand als Verlierer den Gipfel verlässt, dass jeder seine besonderen Interessen vertreten sieht, dieser Prozess ist nicht trivial. Und dabei sind sich die Mitgliedstaaten oft viel näher, als es in der Öffentlichkeit dargestellt wird.