Kanonkritik oder Kritik der Kanonisierung? Dilemmata eines Faches im Wandel
摘要
Ausgehend von bestehenden Kritiken diskutiert Manuela Boatcă die Folgen von kollektivem und individuellem Eurozentrismus, evolutionistischem Determinismus und Ignoranz gegenüber nicht-westlichen Kontexten in den Werken kanonisierter Klassiker. Die Autorin argumentiert, dass der bisher vorgeschlagene Wechsel von einem methodologischen Nationalismus zu einem methodologischen Kosmopolitismus eine unzureichende Anpassung darstellt. Daher betont sie die Notwendigkeit einer postkolonialen Kanonkritik als grundsätzliche Kritik der Kanonisierung. Anschließend fokussiert sie sich auf das Verhältnis von Klasse vs. Andere und Kolonialität als Anomalie sowie die Dialektische Modernität und anomale Kolonialität. Sie widmet sich der Modernität als westlichen Rationalismus und der universellen Theorie von Rasse und Ethnizität. Im Resümee dient postkoloniale Kritik dazu zu reflektieren, wie koloniale Denkkategorien im soziologischen Diskurs reflektiert werden.