Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, wie im Panorama des frühen 19. Jahrhunderts der Blick in und mit den Dispositiven von Architektur und Infrastruktur zugerichtet wird. Gleichzeitig interpretiert er das panoramatische Sehen als kollektiven, im Besonderen partizipativen Akt. Damit werden zwei Felder als wesentlich für das Verständnis von frühen Panoramen erachtet: einerseits deren technisches bzw. mediales Environment, andererseits das zugrunde gelegte Menschen- und Gesellschaftsbild. Für diese doppelte Aspektierung konzentriert sich die Analyse auf eine Panorama-Rotunde allein, nämlich jene des Maler-Unternehmers Jean-Charles Langlois im Champs-Élysées-Park zu Paris, errichtet 1839 nach Plänen des Architekten Jakob Ignaz Hittorff. Methodisch wird eine Querschnittsanalyse adressiert, die bild- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen gleichermaßen reflektiert. Schließlich wird ein Ausblick auf die Leerstelle Anthropozentrismus innerhalb der kunsthistorischen Panoramaforschung gegeben.

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Rundbild und kollektives Sehen. Das Panorama als komplexes mediales Environment (Paris 1839)

  • Salvatore Pisani

摘要

Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, wie im Panorama des frühen 19. Jahrhunderts der Blick in und mit den Dispositiven von Architektur und Infrastruktur zugerichtet wird. Gleichzeitig interpretiert er das panoramatische Sehen als kollektiven, im Besonderen partizipativen Akt. Damit werden zwei Felder als wesentlich für das Verständnis von frühen Panoramen erachtet: einerseits deren technisches bzw. mediales Environment, andererseits das zugrunde gelegte Menschen- und Gesellschaftsbild. Für diese doppelte Aspektierung konzentriert sich die Analyse auf eine Panorama-Rotunde allein, nämlich jene des Maler-Unternehmers Jean-Charles Langlois im Champs-Élysées-Park zu Paris, errichtet 1839 nach Plänen des Architekten Jakob Ignaz Hittorff. Methodisch wird eine Querschnittsanalyse adressiert, die bild- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen gleichermaßen reflektiert. Schließlich wird ein Ausblick auf die Leerstelle Anthropozentrismus innerhalb der kunsthistorischen Panoramaforschung gegeben.