Der Roman Lʼanomalie (2020) von Hervé Le Tellier exemplifiziert die philosophischen Theorien René Descartes’ und Nick Bostroms, die Realität als Illusion und Simulation problematisieren. Durch die Duplizierung von Identitäten reflektieren die Figuren aus der Begegnung mit ihren Doppelgängern ihre Lebensentwürfe und ordnen diese neu. Der Referenzverlust innerhalb der Simulation tangiert die simulierten Identitäten nicht. Die ästhetische Konstruktion des Romans konterkariert diese narrative Versuchsanordnung, sodass Authentizität im Umfeld von Simulation als obsolete Kategorie inszeniert wird, denn sie ist in einer selbstreferenziellen Simulation nicht nur unmöglich, sondern gänzlich unnötig.

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Das doppelte Ich – Simulation von Identität und Authentizität im Roman L’anomalie von Hervé Le Tellier

  • Nicole Brandstetter

摘要

Der Roman Lʼanomalie (2020) von Hervé Le Tellier exemplifiziert die philosophischen Theorien René Descartes’ und Nick Bostroms, die Realität als Illusion und Simulation problematisieren. Durch die Duplizierung von Identitäten reflektieren die Figuren aus der Begegnung mit ihren Doppelgängern ihre Lebensentwürfe und ordnen diese neu. Der Referenzverlust innerhalb der Simulation tangiert die simulierten Identitäten nicht. Die ästhetische Konstruktion des Romans konterkariert diese narrative Versuchsanordnung, sodass Authentizität im Umfeld von Simulation als obsolete Kategorie inszeniert wird, denn sie ist in einer selbstreferenziellen Simulation nicht nur unmöglich, sondern gänzlich unnötig.