Car Je est un autre
摘要
Dieser Beitrag verfolgt das Ziel einer Illustration der identitären Persönlichkeitserweiterung des modernen Individuums auf der Ebene der poetologischen Imagination. Arthur Rimbaud charakterisiert sein erweitertes Ich als etwas Multiples und vom eigenen Selbst entkoppelt. Zwischen Wahnsinn, Ekstase, Glück und Wut generiert sich Arthur Rimbauds Poetologie und konstruiert das vervielfachte Individuum der Moderne auf bemerkenswerte Art und Weise. Durch eine poetologische Auseinandersetzung und Präsentation der rimbaud’schen Seher-Briefe soll durch diesen Beitrag das für den Sammelband wichtige Zitat im Titel erklärt und genauer definiert werden, um im Kontext des Motivs der erweiterten Persönlichkeit als wirksames Fugenelement zu dienen (An dieser Stelle möchte ich Hermann H. Wetzel ausdrücklich für den intensiven Austausch über die beiden Briefe Arthur Rimbauds danken. Jener hat mich dazu gebracht, einige Thesen, die ich entwickelt habe, zu modifizieren und zu hinterfragen. Auch danke ich Christine Ott, die mich v. a. auf die rimbaud’sche Grundprovokation in seiner Literatur hingewiesen hat, die Arthur Rimbaud zwar lesenswert macht, keineswegs jedoch dazu führen sollte, seine Dichtung unhinterfragt zu glorifizieren. Mit diesem zweiseitig geschärften Blick durfte ich Arthur Rimbauds voyance dementsprechend nicht nur durch meine eigenen beiden Augen, sondern durch gleich sechs Augen sehen.).