Um die Probleme unserer Zeit und insbesondere sozial verursachtes psychisches Leiden hinreichend analysieren zu können, bedarf es der Erfassung der Komplexität, Tiefe und Breite des Verhältnisses von Psychischem und Sozialem. Zu diesem Zweck werden im vorliegenden Kapitel heuristische theoretische Bausteine im Sinne einer Vermittlungstheorie formuliert, die Anknüpfungspunkte für weitere empirische und theoretische Analysen des Verhältnisses von Psychischem und Sozialem darstellen können. Genauer werden die in der psychosozialen Realität in unterschiedlicher Weise verflochtenen Momenten der (i) irreduziblen Differenz und konstitutiven Verbundenheit von Intrapsychischem und Interpersonellem, die (ii) Ambiguität von Vermittlungsfeldern, die (iii) begrenzte Variabilität möglicher Verbindungen von Psychischem und kulturellen Selbst- und Weltdeutungen, die (iv) Eigendynamik transgenerationaler und (v) adoleszenter Prozesse sowie das (vi) prinzipiell wandelbare und in der Spätmoderne asymmetrische Verhältnis von Kultur und Struktur dargelegt. Abschließend werden methodisch-methodologische Schlussfolgerungen gezogen und empirische Analysen zu sozialem Leiden im Lichte der theoretischen Gesichtspunkte kontextualisiert.

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Zu einer Theorie psychosozialer Vermittlung

  • Simon Heyny

摘要

Um die Probleme unserer Zeit und insbesondere sozial verursachtes psychisches Leiden hinreichend analysieren zu können, bedarf es der Erfassung der Komplexität, Tiefe und Breite des Verhältnisses von Psychischem und Sozialem. Zu diesem Zweck werden im vorliegenden Kapitel heuristische theoretische Bausteine im Sinne einer Vermittlungstheorie formuliert, die Anknüpfungspunkte für weitere empirische und theoretische Analysen des Verhältnisses von Psychischem und Sozialem darstellen können. Genauer werden die in der psychosozialen Realität in unterschiedlicher Weise verflochtenen Momenten der (i) irreduziblen Differenz und konstitutiven Verbundenheit von Intrapsychischem und Interpersonellem, die (ii) Ambiguität von Vermittlungsfeldern, die (iii) begrenzte Variabilität möglicher Verbindungen von Psychischem und kulturellen Selbst- und Weltdeutungen, die (iv) Eigendynamik transgenerationaler und (v) adoleszenter Prozesse sowie das (vi) prinzipiell wandelbare und in der Spätmoderne asymmetrische Verhältnis von Kultur und Struktur dargelegt. Abschließend werden methodisch-methodologische Schlussfolgerungen gezogen und empirische Analysen zu sozialem Leiden im Lichte der theoretischen Gesichtspunkte kontextualisiert.