Das Projekt UWIT („Ursachen und Wirkungen des radikalen Islam aus der Perspektive (angehender) Theolog:innen“) befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des islamischen Religionsunterrichts (IRU) als Mittel der Radikalisierungsprävention. In den IRU werden vielfältige Erwartungen gesetzt, insbesondere präventiv gegen Radikalisierung zu wirken. Wir untersuchten, inwiefern diese erfüllbar und welche Möglichkeiten und Grenzen gesetzt sind. Hierzu wurden Dozierende (n = 26) und Studierende (n = 19) an den Zentren und Instituten für Islamische Theologie in Deutschland zu ihren Erklärungsansätzen für islamistische Radikalisierung und zu möglichen positiven Impulsen des IRU interviewt. In einer Dokumentenanalyse wurde die Thematisierung von Radikalisierung in Studiengängen Islamischer Theologie analysiert und Studierende des Lehramts und sozialwissenschaftlicher Studiengänge wurden (n = 864) quantitativ zu Demokratiepädagogik und Radikalisierungsprävention als Teil ihres Studiums befragt. Eine Hauptaufgabe des IRU bestehe darin, fundiertes, reflektiertes Wissen über den Islam zu vermitteln und Bewertungs-, Urteils- und Gestaltungskompetenzen aufzubauen. Dies würde islamistischen Radikalisierungen sowie Engführungen des Religionsverständnisses vorbeugen. Das Themenfeld Radikalisierung(sprävention) werde jedoch im Studium bisher weniger explizit adressiert als implizit mitbedacht, indem ein aufgeklärtes, vielfältiges Islamverständnis vermittelt wird. Zudem sollten Schule sowie außerschulische Jugendeinrichtungen in der Radikalisierungsprävention durch die Vermittlung von Demokratiekompetenzen und Diversitätsakzeptanz eine holistisch(er)e Rolle spielen. Beide Bildungsbereiche müssten angesichts einer zunehmend pluralen Welt in dieser Hinsicht ausgebaut werden.

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Der islamische Religionsunterricht im Spannungsfeld von Erwartungen und Wirklichkeit: Potenziale und Grenzen der Präventionsarbeit gegen islamistische Radikalisierung

  • Margit Stein,
  • Alexandra Schramm,
  • Veronika Zimmer

摘要

Das Projekt UWIT („Ursachen und Wirkungen des radikalen Islam aus der Perspektive (angehender) Theolog:innen“) befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des islamischen Religionsunterrichts (IRU) als Mittel der Radikalisierungsprävention. In den IRU werden vielfältige Erwartungen gesetzt, insbesondere präventiv gegen Radikalisierung zu wirken. Wir untersuchten, inwiefern diese erfüllbar und welche Möglichkeiten und Grenzen gesetzt sind. Hierzu wurden Dozierende (n = 26) und Studierende (n = 19) an den Zentren und Instituten für Islamische Theologie in Deutschland zu ihren Erklärungsansätzen für islamistische Radikalisierung und zu möglichen positiven Impulsen des IRU interviewt. In einer Dokumentenanalyse wurde die Thematisierung von Radikalisierung in Studiengängen Islamischer Theologie analysiert und Studierende des Lehramts und sozialwissenschaftlicher Studiengänge wurden (n = 864) quantitativ zu Demokratiepädagogik und Radikalisierungsprävention als Teil ihres Studiums befragt. Eine Hauptaufgabe des IRU bestehe darin, fundiertes, reflektiertes Wissen über den Islam zu vermitteln und Bewertungs-, Urteils- und Gestaltungskompetenzen aufzubauen. Dies würde islamistischen Radikalisierungen sowie Engführungen des Religionsverständnisses vorbeugen. Das Themenfeld Radikalisierung(sprävention) werde jedoch im Studium bisher weniger explizit adressiert als implizit mitbedacht, indem ein aufgeklärtes, vielfältiges Islamverständnis vermittelt wird. Zudem sollten Schule sowie außerschulische Jugendeinrichtungen in der Radikalisierungsprävention durch die Vermittlung von Demokratiekompetenzen und Diversitätsakzeptanz eine holistisch(er)e Rolle spielen. Beide Bildungsbereiche müssten angesichts einer zunehmend pluralen Welt in dieser Hinsicht ausgebaut werden.