Krisenkommunikation muslimischer Verbände nach Anschlägen mit islamistischem Hintergrund
摘要
Das vorliegende Forschungsvorhaben untersucht die Wirksamkeit verschiedener Krisenkommunikationsstrategien, wie sie in der Situational Crisis Communication Theory (SCCT) beschrieben werden. Das Projekt OKAI („Optimierte Krisenkommunikation nach Anschlägen mit Islamistischem Hintergrund“) nutzte Modelle und Methoden der Psychologie und Kommunikationsforschung, um Kommunikationsstrategien muslimischer Verbände nach Anschlägen mit islamistischem Hintergrund zu untersuchen. Dazu wurden mehrere empirische Studien sowie Workshops mit muslimischen Verbänden durchgeführt. Eine qualitative Studie rekonstruierte anhand von über 200 Statements und Pressemitteilungen die Kommunikationsstrategien der muslimischen Verbände nach terroristischen Anschlägen. Vier Online-Experimente mit fiktiven und tatsächlichen Szenarien und ein Eye-Tracking-Experiment mit insgesamt über 2000 Proband:innen haben zudem die Wirksamkeit von unterschiedlichen Krisenkommunikationsstrategien auf Einstellungen der deutschen Bevölkerung gegenüber dem muslimischen Verband, Muslim:innen im Allgemeinen und dem Islam untersucht. Über alle Untersuchungen hinweg lässt sich der Schluss ziehen, dass eine aktive Krisenkommunikation eine entscheidende Bedeutung für die Förderung positiver Einstellungen gegenüber muslimischen Organisationen hat. Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass allein die Abgabe einer Stellungnahme einen größeren Einfluss hat als die spezifisch eingesetzte Krisenkommunikationsstrategie. Zwar kann keine Kommunikationsstrategie die negativen Nebeneffekte eines islamistischen Anschlags auf die Reputation von Muslim:innen vollständig beseitigen, jedoch führt jede der getesteten Stellungnahmen von muslimischen Verbänden eindeutig zu positiveren Einstellungen als keine Stellungnahme.