Ein extremer sozialer Rückzug kann ein Symptom vieler unterschiedlicher psychischer Störungen sein, darunter z. B. Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen oder Schizophrenien. Zu unterscheiden sind jedoch eine vorübergehende Phase des Mangels an Antrieb oder Interesses an Kontakten sowie ein Rückzug als Folge einer körperlichen Erkrankung von einem monate- oder gar jahrzehntelangen Rückzug ohne einen zunächst erkennbaren Grund. In Japan wird seit langem debattiert, ob der Rückzug als extreme Verweigerungshaltung zu interpretieren ist und ein Krankheitsbild darstellt oder vielmehr als eine „gesunde“ Reaktion sensibler Menschen auf übermächtigen gesellschaftlichen Druck zu verstehen ist. In Deutschland werden junge Menschen, die sich freiwillig mehrere Monate oder Jahre, manchmal Jahrzehnte sozial zurückziehen, ihr Zimmer nicht mehr verlassen und alle Kontakte, selbst zu Familienmitgliedern im selben Haushalt, vermeiden,  bislang gesellschaftlich wenig wahrgenommen und erhalten kaum Unterstützung.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Einleitung

  • Sabina Stelzig,
  • Katja Weidtmann,
  • Patrick Wöckel,
  • Yasmin Hill

摘要

Ein extremer sozialer Rückzug kann ein Symptom vieler unterschiedlicher psychischer Störungen sein, darunter z. B. Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen oder Schizophrenien. Zu unterscheiden sind jedoch eine vorübergehende Phase des Mangels an Antrieb oder Interesses an Kontakten sowie ein Rückzug als Folge einer körperlichen Erkrankung von einem monate- oder gar jahrzehntelangen Rückzug ohne einen zunächst erkennbaren Grund. In Japan wird seit langem debattiert, ob der Rückzug als extreme Verweigerungshaltung zu interpretieren ist und ein Krankheitsbild darstellt oder vielmehr als eine „gesunde“ Reaktion sensibler Menschen auf übermächtigen gesellschaftlichen Druck zu verstehen ist. In Deutschland werden junge Menschen, die sich freiwillig mehrere Monate oder Jahre, manchmal Jahrzehnte sozial zurückziehen, ihr Zimmer nicht mehr verlassen und alle Kontakte, selbst zu Familienmitgliedern im selben Haushalt, vermeiden,  bislang gesellschaftlich wenig wahrgenommen und erhalten kaum Unterstützung.